BLKÖ:Pasquali, Calixt

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 21 (1870), ab Seite: 320. (Quelle)
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Pasquali, Calixt (Ingenieur, geb. zu Luzzara im Gebiete von Mantua im Jahre 1779, gest. ebenda 19. September 1857). Sein Vater Friedrich war selbst ein tüchtiger Geometer. Im Jahre 1800 beendete der Sohn Calixt den mathematischen Curs an der Hochschule zu Parma und bildete sich unter dem berühmten Abate Mari vornehmlich in der Hydraulik aus. Im Jahre 1802 wurde P. bereits von der damals [321] aufgestellten außerordentlichen Commission für Straßen- und Wasserbau bei den Eindämmungsarbeiten des Poflusses, welche in Folge der im November 1801 stattgehabten Anschwellung desselben als unerläßlich befunden wurden, verwendet. Nachdem diese Arbeit beendet war, kam er als Zeichner in das damals bestehende Bureau der Ingenieure nach Mantua, wo er aber nicht allein mit Anfertigung von Plänen und baulichen Zeichnungen aller Art, sondern auch bei den Nivellirungsarbeiten der öffentlichen Canäle, vornehmlich aber des Poflusses beschäftigt wurde, und manche ebenso wichtige als nützliche Aufgabe mit großem Geschicke löste. Um in seinem Dienste sich eine Zukunft zu eröffnen, erwarb er an der Universität zu Padua das Diplom eines, wie sie dort heißen, Ingegnere architetto. Im Jahre 1806 wurde er nun ordentlich Ingenieur 1. Classe in Padua und kam im Jahre 1818 nach Cremona, wo er bei den Wasserbauten des Po, der Adda und des Oglio eine große Geschicklichkeit an den Tag legte. Gegen Ende des Jahres 1829 ernannte ihn der Vicekönig Erzherzog Rainer zum Chef-Ingenieur der Provinz Pavia, in welcher Eigenschaft er an den Grenzbestimmungen des Poflusses gegen Parma theilnahm. Im Jahre 1838 wurde er nach Mailand berufen, um provisorisch die Stelle eines Ingegnere Aggiunto bei der General-Direction für öffentliche Bauten zu versehen, auf welchem Posten er im folgenden Jahre definitiv angestellt wurde. Er bekleidete denselben bis zu seiner im Juni 1844 erfolgten Versetzung in den Ruhestand. P. hat über sein Fach Mehreres geschrieben, was in technischen Blättern seines Vaterlandes zerstreut gedruckt worden ist. Einige Abhandlungen über des Mantuaners Masetti unvollendet gebliebenes Werk: „Sulle diverse difese idrauliche“ hat P. seiner Zeit an den Schifffahrts-Inspector Galeazzo Krentzlin nach Mailand gesendet; was mit diesen für die Theorie und Praxis des Wasserbaues schätzenswerthen Arbeiten geschehen, ist nicht bekannt.

Gazzetta di Mantova 1857, No. 94, im Feuilleton: „Necrologia“.