BLKÖ:Paletz, Emanuel

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Palecz, Stephan
Band: 21 (1870), ab Seite: 198. (Quelle)
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Paletz, Emanuel (Schulmann, geb. zu Groß-Meseritsch in Mähren 28. November 1816). Widmete sich dem Studium der Theologie und erlangte im Jahre 1839 die heiligen Weihen. Von 1840 bis 1842 verweilte er zu Oberhollabrunn, von 1842 bis 1845 in Göllersdorf (V. U. M. B.) als Cooperator. Im letztgenannten Jahre kam er in gleicher Eigenschaft nach Ottakring, wurde im Jahre der Bewegung, 1848, daselbst Pfarrprovisor und bald darauf Pfarrer. Das Schulwesen in dem volkreichen Dorfe war zur Zeit, als P. dahin kam, traurig bestellt. Es bestand daselbst eine gewöhnliche zweiclassige Dorf-Trivialschule, [199] die überdieß in einem kleinen unzweckmäßigen Locale untergebracht war und von nur sehr wenigen Kindern ziemlich unregelmäßig besucht ward, obgleich über achthundert schulfähige Kinder, die keinen Raum im Schullocale fanden, sich auf der Gasse müssig herumtrieben. P. machte sofort die Schulbehörden auf diesen argen Uebelstand aufmerksam, auch gelang es ihm allmälig, der Ottakringer Gemeinde Sympathie für das Unterrichtswesen einzuflößen, die Opferwilligkeit der Bewohner zu wecken und bald entstand ein stattliches Schulgebäude mit zehn geräumigen Classenzimmern, die nun alle von der herbeigeströmten Jugend angefüllt wurden. P. sorgte noch für tüchtige Lehrkräfte, und an die Spitze der Schule wurde ein für das Lehrfach begeisterter Schulmann (Oberlehrer Nirnberger), der überdieß gediegene musikalische Kenntnisse[WS 1] besitzt, gestellt. Nun besuchen die Ottakringer Schule, welche noch in den Fünfziger-Jahren kaum 180 und dieselbe nur sehr unregelmäßig besuchende Kinder zählte, nahezu an 2000, so daß in einer Classe sogar 250 Kinder sitzen. Pfarrer Paletz hat diese Schule unter seine besondere Obhut genommen, er besucht sie täglich, ertheilt in der 1. und 4. Classe den Religionsunterricht und leitet überdieß die Conferenzen. Durch sein eifriges Zusammenwirken mit dem Lehrkörper hat es die Ottakringer Schule zu einer „Musterhauptschule“ im 9. Wiener Schulbezirke gebracht. Als Minister Schmerling den nachmals wieder aufgelösten Unterrichtsrath in’s Leben rief, wurde P., der den Ruf eines gediegenen Schulmanns besaß, in denselben gewählt.

Oesterreichisches pädagogisches Wochenblatt (Wien, 8°.) 1864, Nr. 13, S. 199. –

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Kennntnisse.