BLKÖ:Miklósy, Franz von

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 18 (1868), ab Seite: 272. (Quelle)
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Miklósy, Franz von (Bischof von Großwardein, geb. in Ungarn, gest. zu Großwardein im Jahre 1815). Entstammt einer ungarischen Adelsfamilie aus Radván. Franz studirte die Theologie, trat in die Seelsorge, wurde Capitular [273] zu Erlau, dann Weihbischof von Titopolis und im Jahre 1803 Bischof von Großwardein. Er zögerte lange mit der Annahme der ihm zuerkannten bischöflichen Würde, und erst nach langem Zureden mochte er sich dazu entschließen. Er traf seine Residenz im kläglichsten, kaum bewohnbaren Zustande und in nicht viel besserem die Gebäude auf seinen Gütern an. Er stellte diese her und führte jene prächtiger auf, als sie je war. Er erbaute vom Grunde ein geräumiges stattliches Seminar; zu Csatár, einem bischöflichen Gute, eine herrliche und schön eingerichtete Kirche sammt Pfarrhof und Schulhaus; zur Vollendung eines anderen, von ihm zu Jenkl begonnenen Kirchenbaues hinterließ er 50.000 fl. Andere Kirchen versah er mit Thürmen, Altären, Orgeln und übrigen Requisiten, und baute mehrere Schulhäuser auf. Wohlthätig im Leben gegen sein Seminar, das er jährlich reichlich unterstützte, gegen religiöse und arme Familien, war er es nicht minder im Tode; er hinterließ im Testamente seinem Seminar 136.804 fl.; den armen Pfarrern und Schullehrern seines Bisthums gleichmäßig 136.804 fl. und zu anderen frommen Zwecken 23.500 fl.; seinem Monarchen 50.000 fl. sammt seinen freilich nicht mehr bedeutenden Summen in Gold- und Silbermünzen. Schon früher hatte er einen beträchtlichen Theil seines Silbers in Tagen der Gefahr dem Könige dargebracht, und unter mehreren freiwilligen Gaben auf dem Altar des Vaterlandes im Jahre 1809, 100 wohlausgerüstete Reiter in das Feld gestellt. Kurz, er weihte der Kirche und dem Staate im Leben und im Tode weit über 500.000 fl. Und doch starb ein solcher Mann, wie unsere Quelle berichtet, viel verkannt und viel verleumdet, wie es ein Augenzeuge und sein steter Gefährte schriftlich bezeugte, nicht so sehr an Krankheits- und Altersschwäche, als an Gram und Trauer über der Menschen Undank.

Ehrentempel der katholischen Geistlichen (Wien 1848, Jacob Dirnböck, 8°.) S. 133, Nr. 77. – (Hormayr’s) Archiv für Geschichte, Statistik, Literatur und Kunst (Wien, 4°.) XV. Jahrg. (1824), S. 76.