BLKÖ:Lobkowitz, Christoph Popel von

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 15 (1866), ab Seite: 318. (Quelle)
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10. Christoph Popel von L. (geb. 1549, n. A. schon 1545, gest. 14. Mai 1609), von dem Zweige Popel-Lobkowitz-Tachau; ein Sohn Johann’s Popel von L. aus dessen erster Ehe mit Anna von Biberstein. Erhielt seine erste Ausbildung bei den Jesuiten in Prag und vollendete sie in Italien auf den Schulen zu Bologna und Perugia, dann machte er eine größere Reise durch Europa. Im Jahre 1570 wählte ihn Kaiser Maximilian II. zum Begleiter der Erzherzogin Anna nach Spanien und ernannte ihn gleich nach seiner Ankunft daselbst zum Kämmerer der Erzherzoge Rudolph und Ernst, Söhne Maximilian’s II. In Spanien blieb Christoph 9 Jahre, nach seiner Rückkehr wurde er königl. Kämmerer und Rath, dann Oberstkämmermeister, am 16. März 1592 Appellations-Präsident, am 4. September 1599 Oberstlandhofmeister des Königreichs Böhmen. Da er nicht gewöhnliche Sprachkenntnisse besaß, bediente sich der Kaiser seiner öfter zu Gesandtschaften, so z. B. wiederholt nach Polen zu König Sigismund wegen Friedensunterhandlungen und dann um ein Bündniß zum Kriege gegen die Türken zu erzielen.; vornehmlich aber zu Geschäften und Verhandlungen mit orientalischen Gelehrten, mit Persern, Moskowiten und Türken. Der berühmte Kupferstecher Aegidius Sadeler hat den Empfang einer solchen Gesandtschaft im Jahre 1607 mit dem Grabstichel ausgeführt. Christoph ließ im Jahre 1584 zum Andenken an seinen Aufenthalt in Italien in Bischofteinic eine Lorettocapelle erbauen. Kaiser Rudolph II. belohnte seine treuen und ersprießlichen Dienste, außer anderen Beweisen seiner Huld durch die Schenkung zweier Häuser auf dem Hradschin, welche der Kaiser zugleich frei und landtäflich erklärte. Anläßlich seiner Ernennung zum Appellations-Präsidenten, 1592, wurde eine Münze geprägt. Avers: Das Wappen mit der Umschrift: CHRISTOPHORUS: POPL. BARO. A. LOBKOWICZ Revers: Auf einer geschweiften Tafel 15Kqz (das Monogramm K. L. Kristof Lobkowitz), darunter die Inschrift: FORTITUD | O. ET LAUS. | MEA.DOM | INUS. Umschrift eine [319] Rosette, dann RUD.(olphi) II. ROM.(anorum) IMP:(eratoris) CONS:(iliarius) PRI:(mus) CUB:(icularius) ET. R.(egni) B.(ohemiae) APP.(ellationum) PRAES:(es). Ein dicker Jetton in Gold, 6 Ducaten schwer, befindet sich im böhmischen Museum, es gibt auch deren in Silber 1/2 Loth schwer. Christoph war zweimal vermält, zuerst mit Maria Freiin von Mollart und dann mit einer Verwandten seines Geschlechtes von der Chlumetzer Hauptlinie, mit Elisabeth von Lobkowitz. [Miltner (Heinrich Ottocar), Beschreibung der bisher bekannten böhmischen Privatmünzen und Medaillen, herausgegeben von dem Vereine für Numismatik zu Prag (Prag 1856, 4°.) I. Abtheilung: Personenmünzen, S. 288–290, Tafel XXVIII, Nr. 237 (nach diesem gestorben 25. Mai 1609). – Großes vollständiges (sogenanntes Zedler’sches) Universal-Lexikon (Halle und Leipzig, Joh. Heinr. Zedler, kl. Fol.) Bd. XVIII, Sp. 57 (nach diesem gestorben 14. Mai 1609). – Allgemeines historisches Lexikon (Leipzig 1731, Thom. Fritschen’s sel. Erben, gr. Fol.) Bd. III, S. 214. – Porträt. In der weißen, das Bildniß cylinderförmig einfassenden Binde: CHRISTOPHORUS POPL BARO A LOBCOVIEZ (sic). Sae Cae Mis RUDOLPHI II. ROM: IMP: PRIMUS CUBICULARIUS ET CONSILIARIUS. Unter dem Bilde das Distichon: Prælustri de stirpe Baro hoc Poppelius ore, Pectore Christophorus sed potiore nitet. Ohne Angabe des Zeichners und Stechers (8°.) (D. Custos sc.?).] –