BLKÖ:Kemény, Wolfgang

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Kemény, Simon
Band: 11 (1864), ab Seite: 149. (Quelle)
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9. Wolfgang (geb. 1796, gest. in der Verbannung zu London 1852). Ein Sohn des Baron Ludwig K. aus dessen Ehe mit der Baronin Wesselényi. Wolfgang hatte früher in der kaiserlichen Armee gedient, war dann ausgetreten und hatte mehrere Jahre in ländlicher Muße auf seiner Besitzung in Siebenbürgen verlebt. Als die ungarische Bewegung 1848 und 1849 ausbrach, schloß er sich sogleich derselben an, wurde bei der Organisirung der Nationalgarde Major derselben, richtete sie ab, exercirte sie ein und machte unter Bem die ganze Campagne in Siebenbürgen mit. Er kämpfte mit Bravour und hielt sich an der Pisker Brücke, wo der Kampf ein so blutiger war, daß von seinem Bataillon jeder zweite Mann fiel, anderthalb Tage. Bei der Säuberung des Szamosthales im December 1848 führte er die Reserve, und war nicht minder tapfer. Mit Czecz und Bánffy erhielt er den von Kossuth gestifteten militärischen Verdienstorden 2. Classe. Zur Charakterisirung dieser revolutionären Soldatennatur diene die Thatsache, daß er seine Tochter Karolina, die mit einem höheren kais. Officier vermält war, in öffentlichen Blättern als Vater und Ungar reclamirte. Nach Bewältigung der Revolution gelang es ihm nach England zu entfliehen, wo er in der Emigration eine bedeutende Rolle spielte, und von derselben während Kossuth’s Abwesenheit zum Präsidenten gewählt wurde. Aber nicht lange lebte K. in der Verbannung, schon in den ersten Tagen des Jänner 1852 starb er eines plötzlichen Todes. Er liegt auf dem Kensall-Greenfriedhofe in der Nähe von London begraben. Einige Freunde setzten ihm einen Denkstein mit der Inschrift: To the Memory of | Baron W. Kemény | Kolonel in the Hungarian army | 1848 and 1849. | He lived a Patriot, died an Exile | in 1852, aged 56. | Erected by his friend | L. L. M. R. Z. Diese letzten Buchstaben bedeuten: Frau Lendvay-Latkoczy, Mayer, Rónay, Zähnsdorf. [Czetz (Joh.), Bem’s Feldzug in Siebenbürgen in den Jahren 1848 und 1849 (Hamburg 1850, Hoffmann und Campe, 8°.) S. 110, 175, 312, 378. – Levitschnigg (Heinrich Ritter von), Kossuth und seine Bannerschaft. Silhouetten aus dem Nachmärz in Ungarn (Pesth 1850, Heckenast, 8°.) Bd. I, S. 187. – Pesther Lloyd 1861, Nr. 22.] –