BLKÖ:Jurkovich, Paul Freiherr von

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 10 (1863), ab Seite: 326. (Quelle)
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Jurkovich, Paul Freiherr von (Hauptmann und Ritter des Maria Theresien-Ordens, geb. zu Berlag im Ottočaner Grenzbezirke im Jahre 1812). Trat als Gemeiner am 1. November 1830 in das Ottočaner 2. Grenz-Regiment, in welchem er innerhalb 17jähriger Dienstzeit am 16. Jänner 1848 bis zum Feldwebel vorgerückt war. Am 16. September 1848 wurde er für die im Felde bewiesene Tapferkeit zum Lieutenant, im Juni 1849 zum Oberlieutenant befördert, und ist zur Zeit Hauptmann im 3. (Karlstädter) Militär-Grenz-Infanterie-Regimente. Im ungarischen Kriege 1848/49 erfocht er sich das Ritterkreuz des Maria Theresien-Ordens. Das 1. Bataillon des Ottočaner Regiments war in der Brigade Rastić in dem vom Ban befehligten Corps eingetheilt. Am 4. April 1849 wurde die Brigade mit großer Uebermacht von den Ungarn angegriffen. Jurkovich befand sich bei der Plänklerkette und war dem mörderischen Feuer einer gut bedienten feindlichen Batterie ausgesetzt. Schnell hatte er den Entschluß gefaßt, die sowohl ihm wie der Brigade so gefährliche Batterie mit Sturm zu nehmen. Mit seinen an sich geschlossenen Plänklern drang er nun auf die Geschütze ein, jagte die Bedienungsmannschaft theils in die Flucht, theils hieb er sie nieder. Ungeachtet er bei diesem Kampfe schwer verwundet wurde, setzte er doch den Fliehenden auf einer beträchtlichen Strecke nach und kehrte mit seiner Beute, einer Batterie von 6 Kanonen, 1 Haubitze und 1 Munitionskarren, zur Brigade zurück. J. wurde in der 153. Promotion (vom 29. Juli 1849) mit dem Maria Theresien-Orden ausgezeichnet und den Statuten zu Folge mit Diplom vom 23. Mai 1850 in den Freiherrnstand erhoben.

Hirtenfeld (J.), Der Militär-Maria Theresien-Orden und seine Mitglieder (Wien 1857, Staatsdruckerei, 4°.) S. 1671 und 1753. – Oesterreichisches Militär-Konversations-Lexikon (Wien 1850 u. f., gr. 8°.) Bd. III, S. 412. – Freiherrnstands-Diplom vom 22. Mai 1850. – Wappen. Ein von Roth, Blau und Silber halb in die Länge und quergetheilter Schild. Im obern rechten rothen Felde auf am untern Fußrande sich erhebendem grünen Rasen eine aus Quadersteinen gebaute Arena. Im obern linken blauen Felde gleichfalls auf grünem Grunde eine aus Backsteinen errichtete und an den Ecken mit Quadersteinen versehene Bastion. In der untern silbernen Schildeshälfte erscheinen sechs Kanonen und eine Haubitze schrägrechts übereinander gestellt. Auf dem Schilde ruht die Freiherrnkrone, auf welcher ein in’s Visir gestellter gekrönter Turnierhelm sich erhebt. Die Helmkrone trägt einen braun bekleideten, mit einem gelben Aufschlage versehenen, auf den Ellbogen gestützten Arm, welcher einen blanken langen Säbel am goldenen Gefäße zum Streiche emporhält. Die Helmdecken sind rechts roth, links blau, auf beiden Seiten mit Silber unterlegt. –