BLKÖ:Jauna, Dominicus Ritter von

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Jauz, K.
Band: 10 (1863), ab Seite: 112. (Quelle)
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Jauna, Dominicus Ritter von (Reisender, geb. um 1668, lebte noch im Jahre 1747). Die Nachrichten über diesen interessanten und in Oesterreich ganz vergessenen Reisenden sind sehr spärlich. Er war kaiserlicher und königlicher Rath und Generalintendant des Handels für die österreichischen Erbstaaten. Nachdem er eine gediegene Bildung erhalten, hatte er sich während eines mehrjährigen Aufenthaltes [113] im Morgenlande auch die Kenntniß der orientalischen Sprachen, Geschichte und Zustände erworben. Gegen das Ende des 17. Jahrhunderts unternahm er im Auftrage der österreichischen Regierung in Angelegenheiten des Handels, besonders aber in jenen des Seidenbaues, eine Reise nach Cypern, Palästina und Egypten und hatte längere Zeit in diesen Ländern zugebracht. Während seines Aufenthaltes daselbst hatte er an Ort und Stelle Denkmäler, seltene Handschriften und verschiedene Urkunden mit Aufmerksamkeit studirt und das Ergebniß dieser Studien bei seiner Rückkehr nach Oesterreich in dem Werke: „Histoire générale des roïaumes de Chypre, de Jérusalem, d’Arménie et d’Egypte, comprenant les croisades et les faits le plus mémorables de l’empire ottoman avec plus d’exactitude qu’aucun auteur moderne les a encore rapportés“ (Leyden 1747, J. Lusac, 4°.), niedergelegt. Von diesem Werke erschien bei den Gebrüdern Murray im Jahre 1785 ein neuer Abdruck (gleichfalls in 4°.), der von Joh. Paul Reinhard, Professor in Erlangen, in dessen „Geschichte des Königreichs Cypern“, heftig angegriffen wurde. Jauna’s inhaltsvolles Werk, dessen Werth durch diesen Angriff eben nicht geschmälert wird, enthält eine Geschichte der Insel Cypern mit der Darstellung des Landes, der Sitten und Gebräuche bis zur Zeit als Richard Löwenherz sich des Landes bemächtigte; dann die Geschichte des Königreichs Jerusalem bis zu dessen letztem Könige und die ferneren Geschicke dieses Gebietes, bis zu dessen Eroberung durch die Türken (1571). Unter fortlaufenden Seitenzahlen enthält es noch folgende Anhänge: „Etat présent de l’Egypte“ beruhend auf Jauna’s eigener Anschauung und auf Nachrichten des Kapuziners Fulgentius und des französischen Consuls Maillet; ferner eine „Dissertation curieuse et utile sur les caractères hieroglyphiques des anciens Egyptiens“ und „Reflexions sur les moïens de conquérir l’Egypte et le roïaume de Chypre“. Jauna war eifriger Katholik, und sein Glaube, in dessen Feuereifer er diese Länder den Händen der Ungläubigen entrissen wünscht, blickt überall durch. Eine Karte von Cypern, des gelobten Landes, von Egypten und Griechenland, Grundrisse der Stadt Accon (Ptolemais) und der großen egyptischen Pyramide sind beigegeben. Als Jauna sein Werk im Jahre 1747 veröffentlichte, zählte er bereits 79 Jahre. Wie lang er dann noch gelebt und was mit seinem Nachlasse, der wenigstens an literarischen Hilfsmitteln nicht gering gewesen sein mochte, geschehen, ist ebenso wenig, wie sonst Näheres über seine Geschicke bekannt.

Querard (J. M.), La France littéraire (Paris 1830, 8°.) Tom. IV, p. 217.