BLKÖ:Desfours zu Mont- und Athienville, Genealogie

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Nächster>>>
De Simoni, Albert
Band: 3 (1858), ab Seite: 252. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
Desfours in der Wikipedia
Desfours in Wikidata
GND-Eintrag: 1059085623, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Desfours zu Mont- und Athienville, Genealogie|3|252|}}

Genealogie. Eine altadelige Familie, welche im 16. Jahrhunderte aus Lothringen nach Böhmen kam. FML. Niclas v. Desfours zu Mont- und Athienville wurde am 30. Mai 1634 von Kaiser Ferdinand II. in den Reichsgrafenstand erhoben. Um die Mitte des 17. Jahrhunderts erscheinen die Grafen Desfours als Besitzer der Herrschaften Groß-Rohosetz u. Marchenstern, welche Graf Albrecht Maximilian – dessen Grab jüngst erst aufgefunden wurde – 1678 zum Fideicommiß erhob. Es geschah in jüngster Zeit eines alten Grabsteines der D.’schen Familie in der Paulaner-Kirche zu St. Salvator in Prag wiederholt Erwähnung. Es ist der Grabstein des obigen Grafen Albrecht Max D., GM. der k. Armee (gest. 1674). [Vergl. darüber: Bohemia (Prag, 4°.) 1856, I. Bd. Nr. 93 und II. Bd. Nr. 268 und S. 713: „Die Gruft der gräflich Desfours’schen Familie in der ehemaligen Paulaner-Kirche zu St. Salvator in Prag.“ – Lumir (Prag, 4°.) VI. Jahrg. 1856, Nr. 17, S. 406 (daselbst die Inschrift des Monumentes); und Oestr. Zeitung (Wien, Fol.) 1856, Nr. 199 im Feuilleton: „Auffindung der Grabstätte der Grafen Desfours.“) – Die gegenwärtigen Glieder der Familie stammen von dem Grafen Franz Clemens D., vermält in erster Ehe mit einer Gräfin Walderode, in zweiter mit Barbara Gräfin Széchényi. Dessen Sohn aus erster Ehe, Graf Joseph, nahm als einzig übriggebliebener Walderode’scher Abkömmling Wappen und Namen dieser Familie „Desfours-Walderode“ an, übernahm am 29. Juli 1831 den Besitz des Fideicommisses, in welchem ihm nach seinem Tode (1839) sein Sohn Graf Franz aus der Ehe mit Maria von Koeppe folgte. Aus der zweiten Ehe des Grafen Franz Clemens mit Barbara Gräfin Széchényi stammen drei Söhne: Graf Vincenz (geb. 7. Juli 1778, gest. zu Wien 25. November 1857), General der Cavallerie und vormals Oberhofmeister [253] des verstorbenen Erzherzogs Ferdinand von Oesterreich-Este, vermält (seit 2. März 1807) mit Maria Freiin von Wimmersberg (geb. 16. Nov. 1783). [Vergleiche über ihn: Militär-Zeitung. Redigirt von Hirtenfeld. 1857, Nr. 95, S. 757. – Presse 1857, Nr. 272 [unter der Rubrik: „Eingesendet“] – und Wiener Zeitung 1857, vom 29. November S. 3371.] – Graf Franz (geb. 1. Februar 1793), Oberlieutenant in der Armee, vermält in erster Ehe mit Juliane Warmuth von Schlachtenfeld († 15. Mai 1841), in zweiter mit Fräulein von Weißenfels. – Graf Karl (geb. 23. Juli 1794), Oberst in Pension in Wien. – Aus der Ehe des Grafen Vincenz stammt: Graf Ferdinand (geb. 12. Oct. 1816). – Wappen. Quergetheilter Schild. Oben in Gold ein doppelter schwarzer, gekrönter und golden bewehrter Adler mit ausgespannten Flügeln und Krallen; unten in Blau ein rother zu beiden Seiten mit goldenen Leisten eingefaßter aufrechter Sparren, welcher an jeder Seite von einem goldenen, aus dem Schildesrande kommenden Greifenfuße gehalten, am untern Theile von einem goldenen sechseckigen Stern begleitet wird. Auf dem Schilde stehen fünf gekrönte Helme. Auf dem rechten (ersten) und linken (fünften) ruht je ein mit dem Ellenbogen einwärtsgebogener Arm, der rechte eine aus- und niederwärtsgekehrte Pistole, der linke ein aus- und niederwärtsgekehrtes Schwert haltend. Auf dem zweiten und vierten Helme stehen drei, auf dem zweiten nach der rechten Seite, auf dem vierten nach der linken wehende Fahnen. Die äußeren Fahnen sind roth, die mittleren blau, die nach Innen stehenden sind silbern, mit dem schwarzen doppelten Reichsadler belegt. Die Stäbe der mittleren Fahnen sind blau, die der andern silbern. Auf dem Mittelhelme wächst der Hals und Kopf eines nach der linken Seite sehenden goldenen Greifs mit ausgeschlagener rother Zunge auf. Schildhalter: Zwei gekrönte vorwärtssehende goldene Löwen mit doppeltem, hochaufgeschlagenem Schweife, jeder in der rechten Vorderpranke ein Schwert haltend.