Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Biagio
Band: 1 (1856), ab Seite: 370. (Quelle)
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Biagi, Pietro (Rechtsgelehrter, Advocat, geb. zu Venedig 1770, gest. 29. Juni 1848). Nachdem er seine Studien in Padua vollendet und sich in allen Zweigen des Rechts gründliche [371] Kenntnisse erworben hatte, übte er in seiner Vaterstadt die Advocatur aus. Als Napoleon in Italien die Oeffentlichkeit der Gerichte eingeführt, feierte B. durch seine Beredtheit glänzende Triumphe. In seinen schriftlichen Arbeiten, die er nach dem Jahre 1814 in seinem Fache zu liefern Gelegenheit hatte, offenbart sich der Einfluß der Schule Cesarotti’s, doch bleibt er in seinen Schriften, was die Sprachreinheit und den edlen Styl seines Musters betrifft, hinter demselben zurück; ist aber bemüht, das ihm Fehlende durch Klarheit, strenge Ordnung der Ideen und bewunderungswürdige Gelehrsamkeit auszugleichen. Neben seiner Fachwissenschaft betrieb B. auch noch andere Studien und zwar vornehmlich das der bildenden Künste, mit deren Erzeugnissen er sich gerne umgab. Er ward so der Lobredner Giamb. Piranesi’s und des berühmten Malers Sebastian Luciani, genannt Sebastiano dal Piombo. Ueberdies schrieb er einen: „Commentario intorno alla cita di Tommaso Gallino.“ Sein „Elogio del Piranes“ ist in den „Discorsi dell’ Accademia Veneta di belle arti“ enthalten. Hingegen kamen sein „Elogio“ über Luciani und „Vita del Gallino“, obwohl im Athenäum gelesen, niemals in den Druck. B. war Ehrenmitglied sowohl des Athenäums als der Akademie; von ersterem auch Präsident. Mit ihm ging der letzte Anhänger der alten venetianischen Rechtsschule dahin.

Dandolo (Girolamo), La caduta della repubblica di Venezia ed i suoi ultimi cinquant’anni. Studii storici (Venedig 1855, Naratovich, 8°.) p. 356.