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Authentisches über Mozart’s Don-Juan-Ouvertüre

Textdaten
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Autor: L. S.
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Titel: Authentisches über Mozart’s Don-Juan-Ouvertüre
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 40, S. 640
Herausgeber: Ernst Keil
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1862
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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[640] Authentisches über Mozart’s Don-Juan-Ouvertüre. Da in Nr. 37 dieser Blätter von R. in D. mit Recht das Märchen über die Entstehung der Don-Juan-Ouvertüre aus den Memoiren des Schauspielers Genast und aus dem vierten Theile des Werkes über Mozart von Jahn in Zweifel gezogen wird, so ist es wohl an der Zeit diese Unwahrscheinlichkeiten aus einer andern Quelle zu berichtigen: Mozart wohnte im Sommer und Herbst des Jahres 1787 bei den Duffel’schen Eheleuten, mit denen er in einem freundschaftlichen Verhältnisse stand (bekanntlich war Duffel ein ausgezeichneter Claviermeister und seine Gattin eine treffliche Sängerin), auf ihrer reizenden Besitzung Pertramke, die unweit des Augezder Thores auf einer Anhöhe gelegen ist. Drei Tage vor der Ausführung des Don-Juan war es, daß Mozart in dem dortigen Garten mit mehreren Bekannten sehr eifrig Kegel schob, ganz vergessend, daß die Ouvertüre noch nicht componirt sei. Da nahm ihn der ernstlich besorgte Duffel bei Seite, stellte ihm vor, daß es nun die höchste Zeit sei, an das Componiren der Ouvertüre zu denken, wenn die Aufführung der Oper an dem bestimmten Tage nicht ganz unmöglich werden sollte und Mozart gab ihm Recht und bat ihn, mit in sein Zimmer zu gehen. „Ich werde Ihnen drei Ouvertüren vorspielen, welche ich im Kopfe fertig habe,“ sagte er zu seinem Freund, „welche Ihnen am besten gefällt, die werde ich niederschreiben.“ – Die von Duffel gewählte schrieb er sogleich in Partitur nieder, und allerdings hatten die Abschreiber Mühe, mit dem Ausschreiben der Stimmen zur gehörigen Zeit fertig zu werden. Dies wurde von der Sängerin Duffel wörtlich mitgetheilt. – Die Oper kann also Wohl am 28. October, wie es auch in Mozart’s Tagebuche steht, fertig geworden sein; die Ouvertüre wurde demnach drei Tage vor der Aufführung geschrieben, denn diese ging am 4. November 1787 vor sich. Diese Mittheilung spricht auch Mozart von der Unbesonnenheit frei, daß er es gewagt habe, die Ouvertüre ohne alle Probe bei der ersten Aufführung der Oper prima vista spielen zu lassen.

L. S.