Hauptmenü öffnen
Textdaten
<<<
Autor: Emil Rittershaus
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Aufruf
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 26, S. 448
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1894
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite


[448]
Aufruf
zur Wiederaufrichtung des Denkmals für Hoffmann von Fallersleben auf Helgoland.

Ein frisches Loblied hellen Schalles
Für jenen deutschen Sänger klang,
Der „Deutschland, Deutschland über alles“
Vor mehr denn fünfzig Jahren sang.
Am Strand der Helgoländer Küste,
Welch’ buntes Leben war es da,
Als stolz des deutschen Dichters Büste
Auf schaumgekrönte Wogen sah!

Da dachten wir: Nun mögen blasen
Die Stürme nur in tollem Weh’n!
Vor ihrem Toben, ihrem Rasen
Granit und Erz bleibt ruhig steh’n.
Ein Wintertag hat’s uns bewiesen,
Daß nicht auf Sand sich bauen läßt.
Granit und Erz und mächt’ge Fliesen,
Nur auf dem Felsen steh’n sie fest. –

Des Meisters Bildwerk hat behütet
Vor Schaden wack’rer Männer Kraft,
Doch weh, wie hat der Sturm gewütet
An Fundament und Säulenschaft! –
Wohlan denn! Nochmals deine Spenden,
Du deutsches Volk! – So soll’s gescheh’n:
Hoch auf der Insel Felsenwänden
Soll fest das Ehrenzeichen steh’n.

Da soll es nicht den Wogen weichen
Und nicht der Winde wildem Spiel
Und nimmt einst dieses Ehrenzeichen –
Verhüt’ es Gott! – ein Feind zum Ziel,
Dann mag’s die Kugel nur zerschmettern!
Wenn’s Deutschland gilt, nur dran und dranf!
Wir wissen’s ja: Aus Kriegeswettern
Blüht’s dann noch zehnmal schöner auf!

Dann werden wir nicht Frieden schließen
Vor uns’res letzten Feindes Fall,
Bis wir den alten Hoffmann gießen
Neu aus erobertem Metall!
Doch geb’ in Gnaden Friedensegen
Uns Gott und Glückes Sonnenschein.
Deutschland hält seine Hand am Degen,
Doch, wenn’s nicht sein muß, schlägt’s nicht drein!

Wohlan! Der Markstein deutscher Ehre,
Auf Felsengrund sei er gestellt
Dort, wo des Deutschen Reiches Wehre
In Treue ihre Nordwacht hält.
Da soll das Erzbild niederschauen! –
Du deutsches Volk, thu’ auf die Hand!
Du gabst die Spende zum Erbauen,
Nun gieb die Spende zum Bestand!

Emil Rittershaus.

Den herzbezwingenden Worten Dichters ist nur wenig hinzuzufügen. Die Leser wissen, daß die gewaltige Sturmflut des Monats Februar das Fundament des Hoffmann-Denkmals gänzlich zerstört hat, und nur den aufopferungsvollen Bemühungen der Helgoländer ist es zu danken, daß die Büste selbst gerettet wurde. Nunmehr hat die Regierung die Aufstellung des Denkmals auf der Südspitze des Oberlandes genehmigt und es gilt jetzt, die Kosten für die Wiedererrichtung an der neuen Stätte aufzubringen. An alle Freunde und Verehrer des deutschen Dichters Hoffmann von Fallersleben ergeht die herzliche Bitte, durch freiwillige Gaben dieses Werk zu unterstützen. Geheimer Regierungsrat Robert Fischer in Gera ist wie früher bereit, die Spenden in Empfang zu nehmen, über welche seinerzeit in der „Gartenlaube“ Quittung erteilt werden wird.