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Textdaten
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Titel: Am Brunnen
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aus: Die Gartenlaube, Heft 20, S. 336
Herausgeber: Ernst Ziel
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Erscheinungsdatum: 1881
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[336] Am Brunnen. (Mit Abbildung S. 325.) Bedarf dieses reizende Genrebild C. Böker’s einer wortreichen Erklärung? Es spricht ja deutlich genug für sich selbst, wie jedes dem Leben abgelauschte Kunstwerk. Sind sie nicht unsere guten Bekannten - diese sonnige Gebirgslandschaft, das junge Dirndl am Brunnen und der alte gebeugte Landbriefträger? Ja, dieser Briefträger! Vielen mag er schon als ein unheimlicher Sendbote des unerbittlichen Schicksals erschienen sein; denn seine einfache lederne Tasche enthält nur zu oft den ganzen Jammer des irdischen Daseins. Nun, die Nachricht, welche er heute dein Mädel auf unserem Bilde gebracht, war gottlob nicht verhängnißvoll. Frohe Botschaft der Liebe war sie vielmehr. Das können wir mit gutem Gewissen behaupten; denn zu unverkennbar hat der Künstler ihr junges, rundes Gesichtchen zum Spiegel so froher Botschaft gemacht. „Möge der Sommer ihres Glückes blühen!“

[325]
Die Gartenlaube (1881) b 325.jpg

Am Brunnen.
Nach dem Oelgemälde von Carl Böker.