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Schauenburg:
Allgemeines Deutsches Kommersbuch
Seite 226, 227
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[226]

Wie hoch für Ed=les schlug der Burschen Bu=sen? O sprich, Stu=
dent, Student, denkst du dar=an?

     2. Denkst du daran, welch lustdurchglühtes Leben beim Klang der
Gläser uns so oft gelacht; wie wir, dem Gott der Freude oft ergeben,
dem Antiburschen Pereat gebracht? Denkst du daran, wie wir uns
Götter dünkten, beim Vollgenuß der Burschenseligkeit, |: wenn beim
Kommers die vollen Becher winkten, o sprich, Student, denkst du der
schönen Zeit? :|

     3. Denkst du daran, wie treu dem Burschenschwerte für Burschen=
ehre einst du mächtig schlugst, und ob dein Gegner sich auch tapfer
wehrte, den schweren Sieg davon doch endlich trugst? Da standest du
als Held, so kühn, so offen, wie es sich ziemt für einen deutschen Mann;
daß damals mich dein Freundesblick getroffen, o wackrer Schläger, denkst
du noch daran?

     4. Denkst du daran, mein vielgeliebter Bruder, wie wir so froh
die Burschenzeit verlebt? Oft ging’s uns gut, oft unter allem Luder,
vor Manichäern habn wir nie gebebt. Wenn uns der nervus rerum
dann enteilte, der Jude kam, der vielgeliebte Mann, dem man alsdann
die Klassiker verkeilte, o Freund und Bruder, denkst du noch daran?

Vor 1843.


          251.     Burschenlied.     (III. 79.)

     Mäßig bewegt.

     1. Der Bursch von ech=tem Schrot und Korn hat im=mer
fro=hen Mut, val=le=ri! hat immer fro=hen Mut, val=le=
ri. Am schweren Stiefel klirrt der Sporn, die Fe=der schwankt vom
[227] Hut. Val=le=ri, val=le=ra! die Fe=der schwankt vom Hut.

     2. Am großen Hut prangt feierlich |: die Landesvaterei, valleri! :|
Er schützt ihn mehr bei Hieb und Stich, als wär er gut und neu.
Valleri, vallera! als wär er gut und neu.

     3. Als Bursche trägt er stets bei sich die Zierde, die ihm gnügt,
den Hieber, der sich fürchterlich an seiner Seite wiegt.

     4. Als Bursche klirrend durch die Stadt in seiner Majestät blitzt
um den Sporn die Funkensaat, und Feuer kreuzweis weht.

     5. Was kümmert’s ihn, ob auch ein Loch den Ellenbogen zeigt?
Der flotte Bursche bleibt er doch, vor dem sich alles neigt.

     6. Weh dir, wenn du dich zu ihm drängst im parfürmierten Rock,
er schimpfet dich Pomadenhengst, dir droht sein Knotenstock!

     7. Für Freunde schlägt sein Herz so warm, er fühlet ihre Not,
für sie braucht er den starken Arm und scheut selbst nicht den Tod.

     8. Wer sah es, daß er jemals wich, wer sah ihn jemals feig?
Die Schande nähm er nicht auf sich, nicht um ein Königreich!

     9. Laut donnernd sah man ihn im Kampf den blanken Hieber
ziehn. Man sah vor seinem Hieb, wie Dampf, die feigen Schurken fliehn.

     10. Den Mut in Unglück und Gefahr trifft man sonst nirgends
an, ja selbst auch bei der Höllenschar beweist er sich als Mann.

     11. Wenn er von Hermanns Edelmut und seinen Thaten hört,
so mahnet ihn sein deutsches Blut: Sei du auch Hermanns wert!

     12. Er trinkt den deutschen Rebensaft und fühlt sich deutsch und
groß, in seinem Arm wohnt Riesenkraft, und Freiheit ist sein Los.

     13. Es lebe jeder deutsche Mann, der, wie er denkt, auch spricht!
Wer je auf Trug und Bosheit sann, verlösche wie ein Licht!

     14. Drückt schwere Sorge sein Gemüt, nimmt er sein Pfeifchen
her; und wie der Knaster dampft und glüht, plagt ihn kein Unmut mehr.

     15. Er ist ein Bursch, lebt sans façon, ist eines jeden Freund,
sein Herz ist bieder, ob es schon zuweilen anders scheint.

     16. Er wünschet edlen Mädchen Fried und Freud auf ihrer Bahn,
und lobet sie in seinem Lied, so viel er loben kann.

     17. Die Gläser sind nun alle leer, die Krüge aber voll; so gebt
den frischen Wein daher, und trinkt der Burschen Wohl!

     18. Schon fließt aus vollem Krug der Saft ins leere Glas hin=
ein, und unsrer werten Brüderschaft soll dies geweihet sein.

     19. — — ia heißt mein Vaterland, ich halt es hoch und wert, trag
drum das — — — e Band und deck’s mit Hand und Schwert!

18. Jahrh.