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Artikel „Winter, Amalie“ von Max Mendheim in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 43 (1898), S. 463–464, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Winter,_Amalie&oldid=- (Version vom 16. Dezember 2019, 00:28 Uhr UTC)
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Band 43 (1898), S. 463–464 (Quelle).
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Winter: Amalie W., Pseudonym der Schriftstellerin Amalie Freifrau v. Groß, deren Mädchenname Amalie v. Seebach ist. Sie wurde am 10. October 1802 (so im Taschb. d. freiherrl. Häuser; nach Angabe ihrer Tochter, Freiin Melanie v. Groß, 1803) in Weimar geboren, kam hier schon jung mit dem Goethe’schen Hause in freundschaftlichen Verkehr und vermählte sich am 10. October 1821 (nach Angabe ihrer Tochter 1820) mit dem nachmaligen großherzoglich sächsischen Kammerherrn und Geheimen Finanzrath Ludwig Freiherrn v. Groß (geboren am 15. Juli 1793 zu Fort-Bourtange in Gröningen, † am 13. April 1857) in Weimar, dem sie zwei Knaben, den jetzigen weimarischen Staatsminister und Minister des Aeußern, und einen 1850 verstorbenen Sohn, und ein Mädchen, gebar. Amalie W. starb am 13. Juni 1879 in Weimar. Sie hat sich seit 1838 durch Erzählungen für die weitesten Kreise des Volkes und durch zahlreiche Kinder- und Jugendschriften bekannt gemacht. Ihre schlichten Erzählungen, in einfacher, klarer Sprache geschrieben, machen keinen Anspruch auf dichterische Phantasie; sie sind ohne eigentliche Tendenz, zeigen aber immer die Absicht, Frieden und Versöhnung im Herzen des Lesers zu erwecken; dabei sind sie doch frei von übertriebener, falscher Sentimentalität. Ihre Heldinnen, meist verlassene oder entsagende Frauen und Mädchen, sind fast immer sanfte, [464] schwache Geschöpfe, ohne Leidenschaft und Macht, kühn die Hemmnisse ihres Glückes zu durchbrechen. Dabei zeigt die Verfasserin Verständniß für die Noth, die körperliche, geistige und seelische Verkommenheit der Enterbten (so in der hübschen Erzählung „Die beiden Marien“) und Mitleid mit ihrem Geschick, freilich ohne tiefer in das sociale Elend einzudringen und seinen wahren Grund und die rechten Hülfsmittel zu erkennen. Sie schreibt, wie sie in dem Buche „Nur ein armes Dienstmädchen“ (1843) selbst sagt, in der sicher gut gemeinten Absicht, „einen Tropfen Wahrheit, Liebe und Milde zu träufeln in den bittern Ocean der Vorurtheile, des Hasses und der Nichtachtung, welche die verschiedenen Stände zu trennen pflegen.“ Außer ihren, in Brümmer’s Dichterlexikon (4. Aufl. 1896) aufgezählten Werken und einer großen Zahl von Jugendschriften, sind noch zwei pädagogische Werkchen zur Anleitung für Lehrer und Erzieherinnen von ihr zu nennen, die unter dem Titel „Die Klein-Kinder-Schule“ (1846) und „Die Kindesseele in ihrer tiefinnersten Ergründung“ (1855) erschienen.