ADB:Weinhold, Karl August

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Artikel „Weinhold, Karl August“ von Julius Pagel in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 41 (1896), S. 504–505, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Weinhold,_Karl_August&oldid=- (Version vom 26. Juli 2021, 22:37 Uhr UTC)
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Weinhold: Karl August W., Mediciner, wurde am 6. October 1782 in Meißen geboren. 1796 bezog er das Collegium medico-chirurgicum zu Dresden, das er später mit dem Militärhospital in Prag vertauschte, wo er sich unter Direction von Mitrasch weiter fortbildete. Nachdem er 1798 die militärchirurgische Prüfung in Dresden bestanden hatte, wurde er Compagniechirurgus bei einem sächsischen Regiment, nahm aber 1802 seine medicinischen [505] Studien in Dresden wieder auf, verließ den militärischen Dienst gänzlich, ging noch zu seiner weiteren Vervollkommnung nach Wittenberg und erlangte hier 1805 mit der Inauguralabhandlung: „De pareseos et methodi pareticae dignitate“ die medicinische Doctorwürde. Hierauf machte er wissenschaftliche Reisen nach Wien, Paris und nachdem er einige Jahre in seiner Vaterstadt prakticirt hatte, bereiste er auch die Schweiz und Italien, war von 1811–1812 Director der medicinischen Klinik in Dorpat, ließ sich dann in Dresden nieder, erhielt hier 1814 die Stellung als Professor der Arzneimittellehre am collegium med.-chir., folgte 1817 einem Ruf als kgl. preußischer Leibarzt und Hofrath, sowie als ordentlicher Professor der Medicin und Chirurgie, Director der chirurgischen und ophthalmologischen Klinik nach Halle und wirkte in diesen Aemtern bis zu seinem am 29. September 1829 erfolgten Tode. – W. war ein gelehrter, physiologisch geschulter Arzt und tüchtiger Chirurg. Er ist bekanntlich der Urheber des Vorschlages, zur Verhütung des Pauperismus alle Männer durch Infibulation so lange an der Zeugung zu verhindern, bis sie ihre Fähigkeit zur Ernährung einer Familie nachweisen könnten. Von Weinhold’s Schriften führen wir an: „Die Kunst veraltete Hautgeschwüre, besonders die sogenannten Salzflüsse, nach einer neuen Methode schnell und sicher zu heilen“ (Dresden 1807); „Der Graphit, als neu entdecktes Heilmittel gegen die Flechten“ (Leipzig 1808); „Idee über die abnormen Metamorphosen der Highmorshöhle“ (ebd. 1810); „Kritische Blicke auf das Wesen des Nervenfiebers und seine Behandlung“ (Meißen 1814); „Ueber eine heftige, der ägyptischen Ophthalmie ähnliche epidemische Augenkrankheit“ (Dresden 1818); „Von den Krankheiten der Gesichtsknochen und ihrer Schleimhäute, der Ausrottung eines Polypen in der Oberkieferhöhle“ (Halle 1818); „Versuche über das Leben und seine Grundkräfte auf dem Wege der Experimentalphysiologie“ (Magdeburg 1817).

Vgl. Biogr. Lex. VI, 224 und die dort angegebenen Quellen.