ADB:Voß, Leopold

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Artikel „Voß, Leopold“ von Karl Friedrich Pfau in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 54 (1908), S. 777, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Vo%C3%9F,_Leopold&oldid=- (Version vom 26. Oktober 2020, 01:40 Uhr UTC)
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Voß: Leopold V., verdienter Buchhändler und ehemaliger Inhaber der Verlagsfirma gleichen Namens zu Leipzig (jetzt Hamburg), geboren am 17. December 1793 ebenda. Als Sohn eines Buchhändlers – sein Vater, Georg Voß, betrieb in Leipzig ein selbständiges Geschäft –, war er gleichfalls für diesen Beruf bestimmt. Im J. 1809 trat er zur Erlernung desselben bei Friedrich Vieweg in Braunschweig ein, vollendete seine Lehrzeit 1812 bei J. H. Campe in Hamburg, dem Schwiegervater Vieweg’s. Nach Ablauf der ersten vorbereitenden Jahre kehrte V. nach Leipzig zurück, ursprünglich wohl in der Absicht, in das väterliche Geschäft einzutreten. Die damals in politischer Beziehung höchst traurigen Verhältnisse waren aber gewiß auch von Einfluß auf das väterliche Geschäft gewesen. Anstatt in die Handlung seines Vaters, trat er in das kaufmännische Geschäft von Lattemann & Sohn. Die Erhebung des deutschen Volkes führte den jüngeren Voß in die Reihen der Vaterlandsbefreier an den Rhein. Zurückgekehrt, stellte ihn sein Vater vor die Wahl, entweder dem kaufmännischen Geschäfte auch ferner zu dienen, oder sich dem Buchhandel zu widmen. Er entschloß sich für den letzteren. Am 21. März 1818 übernahm Leopold V. die Handlung seines Vaters, für die er hinfort mit seinem Namen zeichnete. Der eifrige und intelligente junge Mann führte das übernommene Geschäft bald zu neuem Aufschwunge und gewann eine Anzahl hervorragender Männer zu Autoren seines Verlags. Wir nennen davon nur: K. F. Burdach, Castrén, R. Wagner u. s. w. 1832 wurde V. zum Commissionär der kaiserlichen Akademie in Petersburg ernannt, eine Verbindung, die in vortheilhafter Weise auf seine geschäftliche Entwicklung einwirkte und ihm mancherlei neue Beziehungen zu Gelehrten eröffnete. Die Pflege der wissenschaftlichen Litteratur erschien ihm überhaupt als vornehmste Aufgabe des Buchhändlers; dieser Aufgabe blieb er unaufhörlich treu. Sein Verlagskatalog wies auch fast ausschließlich die Arbeiten gelehrter Männer, insbesondere auf dem Gebiete der Medicin und Naturwissenschaften, auf. Er starb am 26. November 1868. Voß, oder wie er seiner Zeit häufig genannt wurde, der „alte Voß“, gehörte der alten Schule des Buchhandels an, und deshalb hielt er zäh an dem Altererbten fest. Aufrichtig und treu in seinen Gesinnungen, gutmüthig und nachsichtig gegen Untergebene, wohlthätig gegen Nothleidende, bescheiden in seinem Auftreten, gewann er sich überall Freunde.