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Artikel „Salzbacher, Joseph“ von Otto Schmid in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 30 (1890), S. 289–290, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Salzbacher,_Joseph&oldid=- (Version vom 26. Januar 2020, 15:42 Uhr UTC)
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Salzbacher: Joseph S. , katholischer Schriftsteller, geb. am 14. März 1790 zu St. Pölten in Niederösterreich, trat nach vollendeten Gymnasialstudien ins Priesterseminar zu St. Pölten ein und wurde daselbst am 8. September 1812 zum Priester geweiht. Noch im selben Jahre kam er als Cooperator nach Gföhl, von wo er im J. 1815 zum Domcuraten in St. Pölten ernannt wurde. Im J. 1818 wurde S. in das k. k. höhere Priesterbildungsinstitut zu St. Augustin in Wien gesendet und oblag hier den höheren theol. Studien bis zum Jahre 1821, in welchem er zum Doctor der Theologie promovirt wurde. Im selben Jahre 1821, 2. October wurde er zum Spiritual des bischöfl. Priesterseminars in St. Pölten ernannt und am 13. September 1822 wurde ihm zugleich die Lehrkanzel des alttestamentlichen Bibelstudiums an der theologischen Diöcesan-Lehranstalt daselbst übertragen; diese beiden Stellen versah S. bis September 1824, um welche Zeit er zum k. k. Hofcaplan und Spiritual am höheren Priesterbildungsinstitute zu Wien ernannt wurde. An der theologischen Facultät in Wien, deren Mitglied er bereits 1822 geworden war, traf ihn 1825 die Wahl zum Decan derselben und im J. 1830 trat er durch die Wahl der Universität als Domherr in das Domcapitel zu St. Stephan in Wien ein. Als solcher unternahm er 1837 eine Reise nach Rom und Jerusalem und studierte hiebei [290] an Ort und Stelle die Bedürfnisse der katholischen Missionen in Palästina; nach Oesterreich zurückgekehrt, bewirkte er die Wiedererrichtung des Generalcommissariates für das heil. Land und die Einführung jährlicher Sammlungen für die katholischen Missionen im Oriente. Im J. 1840 wurde er Senior der theologischen Facultät und 1842 reiste er nach Nordamerika, um auch hier das katholische Missionswesen kennen zu lernen. Die hier gesammelten Kenntnisse verwerthete er nach seiner Rückkehr in die Heimath für die in Wien wirkende Leopoldinenstiftung, welche die Förderung der nordamerikanischen Missionen sich zur Aufgabe gesetzt hat. Im J. 1847 rückte er zum Domcustos vor und erwarb sich als solcher ein großes Verdienst durch Restaurirung der Reliquien- und Schatzkammer. 1866 legte er sein Kanonikat und seine Dignität nieder und zog sich nach Baden bei Wien zurück, wo er am 10. August 1867 starb. Er schrieb: „Hymnen und Gebete, gesungen bei dem täglichen Umzuge in der heil. Grabeskirche zu Jerusalem. Aus dem Lateinischen ins Deutsche übersetzt; aus den Erinnerungen meiner Pilgerreise nach Rom und Jerusalem im J. 1837.“ „Exercitia spiritualia, habita a. 1830 ad presbyteros instituti sublimioris educationis ad s. Augustin.“, 1839. „Erinnerungen aus meiner Pilgerreise nach Rom und Jerusalem im J. 1837.“ 2. Bde. 1839. 2., unveränderte Auflage 1840. „Meine Reise nach Nordamerika im J. 1842. Mit statistischen Bemerkungen über die Zustände der katholischen Kirche bis auf die neueste Zeit.“ 1845. Auch übersetzte er a. d. Englischen Kenrick’s Schrift über das heil. Haus von Loretto und redigirte mehrere Jahre die in Wien erscheinenden Berichte der Leopoldinenstiftung, sowie er auch viele Beiträge schrieb in die Missionszeitschrift: „Notizie della missione in Terra santa, pubblicate dal Comissariato generale di Terra santa“, Wien, welche zu unbestimmten Zeiten heftweise erscheint. –

Wurzbach, Biogr. Lexikon. – Wappler, Geschichte der theol. Facultät zu Wien. S. 443. – Gedenkbuch der Domherren des Metropolitancapitels zu St. Stephan in Wien (Manuscript) Fol. 172. – Privatmittheilungen.