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Artikel „Rutger von Köln“ von Johann Jakob Merlo in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 30 (1890), S. 41–42, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Rutger_von_K%C3%B6ln&oldid=- (Version vom 23. Januar 2020, 22:39 Uhr UTC)
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Rutger von Köln war in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts in Campen als Baumeister thätig. Diese am Ausflusse der Yssel in den Zuydersee, aus des Flusses linkem Ufer in stattlicher Ausbreitung gelegene, einst sehr bedeutende [42] Handelsstadt stand damals in ihrer höchsten Blüthe. Sie stellte im J. 1363 eine zahlreiche Flotte, als die Hansestädte gegen Dänemark Krieg führten, und ihre Kaufherren erwarben sich schätzbare Handelsprivilegien in den nordischen Reichen. Von jener Zeit des Aufschwungs legen auch mehrere architektonische Werke Zeugniß ab. Die Entstehung des Rathhauses wird ins 14. Jahrhundert gesetzt und die heutigen Reisenden vergessen nicht die alterthümliche Kunst und Pracht, welche sie in der Berathungskammer daselbst angetroffen. Besonders aber ist die Erbauung zweier neuen großen Kirchen hervorzuheben, womit die glückliche Stadt ihren dankbaren Frommsinn kund gab. Rath und Schöffen schlossen im J. 1369 mit dem erwählten Baukünstler den Vertrag ab, wonach in der „Bovenstad“ eine nach dem heil. Bischof Nikolaus, in der „Buitenstad“ die andere, nach der heil. Jungfrau benannte neue Kirche aufgeführt werden sollte. Ein bewährter und verdienter Geschichtsforscher, der vor einigen Jahren verstorbene Dr. L. Troß in Hamm, genau vertraut mit dem reichen Campener Archiv, fand das Document an der ursprünglichen Stelle noch im Original vor und nach seiner Abschrift geschah die Veröffentlichung im Kölner Domblatt, Jahrgang 1862, Nr. 203. „Meyster Rothger van Colen“ heißt der für die Ausführung erkorene Werkmeister. Die Kunstgeschichte hat in ihren neueren Forschungen diese Kirchen nicht unbeachtet gelassen. Boisserée (Gesch. d. Köln. Domes, 2. Ausg. S. 21) machte zuerst darauf aufmerksam, daß bei der Marienkirche zu Campen der Plan des Kölner Domes benutzt worden sei. Als Baumeister nennt er, mit Bezugnahme auf die Historia episcopatus Daventriensis, p. 112 in Hist. episcopatuum Foederati Belgii, tom. II, einen „Meister Johann von Köln“, der nunmehr vor unserm R. zurücktreten muß. In Betreff dieses Letzteren erfährt man noch von Dr. Troß, daß er als „Rotger Micheelszoon van Colen“ schon beim Jahre 1363 im Bürgerbuche von Campen vorkomme. Es wird nicht ohne Bedeutung gewesen sein, daß man sich des Vaters des Künstlers erinnern wollte. R. selbst mochte wol bei seiner Niederlassung in Campen zu seiner Empfehlung die Angabe gemacht haben. Genau in denselben Jahren, wo er in Campen lebte, erscheint in Kölner Urkunden ein „Petrus filius magistri Michaelis magistri fabricae ecclesiae Coloniensis“. Es liegt gewiß sehr nahe und hat die stärksten Gründe der Wahrscheinlichkeit für sich, wenn man den Campener Kirchenbaumeister R., Michael’s Sohn von Köln, ebenfalls für einen Sohn des Kölner Dombaumeisters Michael halten möchte.