ADB:Pharetratus, Michael

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Artikel „Pharetratus, Michael“ von Hugo Holstein in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 25 (1887), S. 737, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Pharetratus,_Michael&oldid=- (Version vom 29. September 2020, 08:59 Uhr UTC)
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Pharetratus: Michael P., latein. Dramatiker. Geboren um 1575 zu Neustadt a. d. Orla, studirte in Jena, war 1598 Rector der Stadtschule seiner Vaterstadt, 1606 Pfarrer zu Weida, starb 1632 infolge grausamer Mißhandlung durch die Croaten. Er verfaßte eine lateinische Tragicomödie „Jeremias propheta captivus“, welche am 12. Juni 1598 in Neustadt aufgeführt wurde. Sie behandelt diejenigen Abschnitte aus dem Leben des Propheten, in denen er die größten Schmähungen als Chaldäerknecht, Vaterlandsverräther und Tempelschänder zu erdulden hatte. Es kommen hierbei besonders die Capitel 27, 28, 37 und 38 des biblischen Buches in Betracht. Auch im Gefängnisse, in das ihn der König Zedekia werfen ließ, erscheint Jeremias als der tröstende Freund seines Volkes, dem er zwar seine Wegführung nach Babel verkündet, aber auch die einstige Rückkehr verheißt. So faßt P. die Situation auf. Endlich wird der Prophet sogar in eine mit Schlamm angefüllte Grube geworfen, aus der ihn der Mohr Elimelech, der Kämmerer des Königs, befreit. Beelzebub hört nicht auf, die Feinde des Propheten aufzustacheln, der wie eine Johannesseele im festen Vertrauen auf die göttlichen Verheißungen alles Leid erträgt. Die Hauptfigur des Spieles, das den Charakter einer Tragödie hat, ist gut gezeichnet; polemische Beziehungen auf die päpstliche Abgötterei, wie wir sie in Naogeorgs gleichnamigem Drama finden, fehlen gänzlich. – P. verfaßte noch mehrere theologische Schriften: „Zelotes pastor“ (Jena 1619), „Beschreibung des Beichtstuhles“ (Halle 1622) und einen „Tractatus de nobilitate in honore et pretio habenda“ (Lips. 1622). Der letzteren Schrift fügte er eine Namentafel der Edlen von Brandenstein bei, denen er sein lateinisches Drama mit einem asclepiadeischen Gedichte gewidmet hatte.

Jöcher-Rotermund 6, 4–4. – Goedeke 2, 144.