ADB:Mostaert, Franz

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Artikel „Mostaert, Franz und Egyd“ von Joseph Eduard Wessely in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 22 (1885), S. 405–406, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Mostaert,_Franz&oldid=- (Version vom 19. Juni 2021, 10:19 Uhr UTC)
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Mostaert: Franz und Egyd (Gillis) M., Maler, Zwillingsbrüder, geb. zu Hulst bei Antwerpen zwischen 1520 bis 1525. Sie waren sich so ähnlich, daß der Vater jedem eine Mütze von anderer Farbe gab, um sie zu unterscheiden. Franz M. wurde Landschaftsmaler, Herri met de Bles war sein Lehrer. Seine Bilder sind sehr selten, da er nicht lange lebte. Im J. 1555 wurden beide Brüder in die Gilde von Antwerpen aufgenommen, aber Franz M. starb noch in demselben Jahre. In Wien befindet sich von ihm eine Landschaft mit Hagar, eine felsige Landschaft mit einer Stadt am Flusse und eine Mondscheinlandschaft. Julius Goltzius stach nach ihm eine Folge von zwölf niederländischen Landschaften. Er selbst soll auch eine Radirung hinterlassen haben: Die heilige Jungfrau auf Wolken von einem Engel gekrönt. nach Aug. Carracci. – Egyd M. überlebte seinen Bruder sehr lange, da er erst am 28. Dezember 1598 in hohem Alter gestorben ist. Er malte Historien und Bildnisse. In Wien wird ihm das Bildniß des Christoph Baumgartner zugeschrieben; es trägt die Jahreszahl 1543 und darum dürfte es vielmehr dem Jan Mostaert (s. u.) zuzuschreiben sein. In Antwerpen befindet sich ein Bild mit acht Portraitfiguren, in deren Mitte man Christus am Kreuz zwischen Maria und Johannes eingerahmt sieht. Auch ein Altarwerk von seiner Hand ist bekannt; am Hauptbild erblickt man die frommen Frauen beim leeren Grabe Christi, wo ihnen zwei Engel erscheinen, auf dem rechten Flügel ist Christus als Gärtner dargestellt, auf dem linken die Fußwaschung. Der Künstler muß ein frohes Gemüth besessen haben, wie eine seiner [406] Compositionen beweist; er stellte sich selbst in der Hölle vor, wie er mit einem seiner Bekannten Triktrak spielt. Manche seiner Compositionen sind uns durch Stiche erhalten worden. So von J. Sadeler die hh. Hieronym und Magdalena in felsiger Gegend, von Hieron. Wierix eine Grablegung Christi und ein Tod der heil. Jungfrau, von H. Hondius die Ankunft des heil. Paulus in Damaskus, in der Wüste, von P. de Jode das Portrait Philipp des Schönen von Spanien u. a. m.

Van Mander. Rathgeber (Annalen). Immerzeel. Kramm.