Hauptmenü öffnen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Monheim, Johann Peter Joseph“ von Friedrich Haagen in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 22 (1885), S. 168–169, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Monheim,_Johann_Peter_Joseph&oldid=- (Version vom 9. Dezember 2019, 18:48 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Monheim, Johannes
Band 22 (1885), S. 168–169 (Quelle).
Wikisource-logo.png Johann Peter Joseph Monheim bei Wikisource
Wikipedia-logo-v2.svg Johann Peter Joseph Monheim in der Wikipedia
GND-Nummer 117126470
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|22|168|169|Monheim, Johann Peter Joseph|Friedrich Haagen|ADB:Monheim, Johann Peter Joseph}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=117126470}}    

Monheim: Johann Peter Joseph M. wurde am 23. März 1786 in Aachen geboren. Er gehörte einer angesehenen Familie an. Sein Vater Andreas Monheim war, nachdem die Franzosen im Herbst des Jahres 1794 bleibend Besitz von Aachen genommen, und am 1. April 1797 vorübergehend den occupirten rheinischen Reichsstädten ihre alte Verfassung zurückgegeben hatten, vom 8. April 1797 bis zum 16. März 1798 Bürgermeister seiner Vaterstadt. Der Sohn, Johann Peter Joseph M., wurde Chemiker und Apotheker. [169] Schon im Jahre 1810 gab er mit Dr. G. Reumont die Schrift heraus: „Analyse des eaux sulfureuses d’Aix-la-Chapelle“, welcher im J. 1811 folgte „J. P. J. Monheim, analyse des eaux thermales de Borcette, suivie de l’examen du gaz azote sulfuré dégagé des sources sulfureuses tant d’Aix-la-Chapelle que de Borcette“. Die Aachener Zeitung vom 11. März 1815 enthält die Mittheilung: „1815, den 6. März sendete die Universität Göttingen dem Apotheker Monheim das Doctordiplom wegen seiner großen Verdienste um die Chemie.“ Diese Verdienste erhöhte er noch durch sein Hauptwerk vom J. 1829: „J. P. J. Monheim, die Heilquellen von Aachen, Burtscheid, Spa, Malmedy und Heilstein in ihren historischen, geognostischen, physikalischen, chemischen und medicinischen Beziehungen“, 411 Seiten. Diese umfassende Schrift enthält sorgfältige Analysen der Quellen der genannten Orte. Als J. von Liebig im J. 1850 auf Veranlassung der Stadtbehörde eine neue Analyse der Aachener Thermalwässer vornahm, erklärte er: Ich schätze mich besonders glücklich, daß die Fortschritte der chemischen Analyse gestattet haben, die Gegenwart von Jod und Brom, Eisen und Kali in den Aachener Quellen nachzuweisen und ihrer Menge nach zu bestimmen; es sind dies, namentlich die drei ersteren, Bestandtheile, welche neben den anderen bereits in der ausgezeichneten Untersuchung des Herrn Dr. Monheim aufgeführten, in der Mischung, die sie zusammen bilden, den Aachener Quellen den ersten Rang unter allen Mineralquellen Europas sichern. Neben seinen Berufs- und wissenschaftlichen Arbeiten fand M. Muße, seinen Drang nach Wohlthun zu befriedigen. Besonders lag ihm die Noth alter hülfloser und unheilbarer Mitbürger am Herzen. Mit großen eignen Opfern und durch Unterstützung Gleichgesinnter, gelang es ihm, in dem vormaligen Annunciatenkloster ein Spital für arme verlassene alte Leute und Unheilbare beider Geschlechter zu errichten, welches den 28. März 1823 am Charfreitage unter dem Namen des Vincenzspitals zunächst für dreißig Personen unter entsprechenden Feierlichkeiten eröffnet wurde. Die schöne pergamentene Stiftungsurkunde unter obigem Datum enthält die Namen des Regierungschefpräsidenten von Reimann, des Generalvicars Fonck, verschiedener Mitglieder des Landgerichtes und der Stadtverwaltung, der Name des Gründers an bescheidener Stelle entzieht sich fast der Aufmerksamkeit des Beschauers. Das Vincenzspital wurde vor einigen Jahren den Elisabetherinnen auf dem Münsterkirchhofe übergeben mit der Modification, daß auch der Pflege bedürftige ältere Männer und Frauen ohne Unterschied der Confession gegen ein angemessenes Honorar Aufnahme finden. Das Bild des Stifters ziert einen der Säle des durch Neubauten heute ansehnlich erweiterten Elisabethspitales. M. war durch seine Bürgertugenden eine der bedeutsamsten Persönlichkeiten der alten Kaiserstadt geworden. In allen wichtigen Fragen des Gemeinwohls stellte er der Vaterstadt seine reife Erfahrung zur Verfügung. Auch vertrat er dieselbe als Abgeordneter auf dem Provinziallandtage. Ueberhaupt geschah in Aachen nichts Wichtiges ohne seinen Beirath. So hatte er einen wesentlichen Antheil an der Errichtung der höheren Bürgerschule, heute Realschule erster Ordnung. M. war ein aufrichtiger Anhänger seiner Kirche, ein getreuer Unterthan seines Königs und ein Vorbild seiner Mitbürger. Mit Recht hat die Stadt das Andenken des würdigen Mannes zu ehren, einer der reizendsten der neuen Straßenanlagen den Namen Monheims-Allee gegeben. M. starb am 1. Dec. 1855.

Man vergl. Haagen’s Gesch. Aachens II, 537 f.