ADB:Lipsius, Martin

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Lipsius, Martin“ von Adalbert Horawitz in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 18 (1883), S. 745, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Lipsius,_Martin&oldid=- (Version vom 8. August 2020, 10:15 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Lipsius, Justus
Band 18 (1883), S. 745 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Kein Wikipedia-Artikel
(Stand Juli 2013, suchen)
GND-Nummer 102515832
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|18|745|745|Lipsius, Martin|Adalbert Horawitz|ADB:Lipsius, Martin}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=102515832}}    

Lipsius: Martin L. (Lypsius), Großonkel des Justus Lipsius, vor 1492 in Brüssel geboren, trat 1510 in das Augustinerkloster zu St. Martin in Löwen, † am 23. März 1555 als Prior eines Nonnenklosters in der Nähe von Huy in Brabant. Er scheint ein eifriger Hilfsarbeiter des Erasmus bei dessen patristischen Studien gewesen zu sein, bemühte sich eifrig um die Texteskritik der lateinischen Kirchenväter, besonders des Augustinus, für welchen er immer neue und zuverlässigere Hilfsmittel sich zu verschaffen suchte. Seine Briefe zeigen eine nicht unbedeutende Belesenheit auch in der römischen Profanlitteratur. Selbständig gab L. ebenfalls einige Werke heraus. Vor allem ist hier zu erwähnen: „D. Hilarii Pictavorum episcopi lucubrantiones, olim per Des. Erasm. Roterodanum emendata, nunc denuo vigilantissime et ad plura exemplaria per D. Martinum Lypsium collatae et recognitae“, Basil. 1550 Fol. L. besaß unter der Gelehrtenwelt seines Landes großes Ansehen, man ersieht dies auch aus den überschwänglichen Huldigungen jüngerer Gelehrten, vor allem aber aus der Stellung, die Erasmus gegen ihn einnimmt. Natürlich war L. mit ganzer Seele Erasmianer und hatte deshalb auch so manche Verfolgung und Unannehmlichkeit zu bestehen. Trotz alledem arbeitete der fromme und bescheidene friedliebende Mann an seinen Kirchenvätern fort. Welchen Werth man u. A. seinen Augustinusstudien beimaß, zeigt die Censura generalis vor dem X. Bande der Löwener Ausgabe des Augustinus, 1571.

Vgl. F. Néve, M. Lipsius Savant Augustin, ami d’Erasme in der Revue Catholique, 1883, 839 ff. Die Briefe des L. sind nach dem Codex Horawitzianus A. herausgegeben in der Schrift: Erasmus von Rotterdam und Martin Lipsius. Ein Beitrag zur Gelehrtengeschichte Belgiens von A. Horawitz, Wien 1882.