ADB:Kunhardt, Ludwig Heinrich

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Artikel „Kunhardt, Ludwig Heinrich“ von Carl Bertheau in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 17 (1883), S. 379–380, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Kunhardt,_Ludwig_Heinrich&oldid=- (Version vom 24. Januar 2021, 03:04 Uhr UTC)
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Kunhardt: Ludwig Heinrich K., geb. am 1. Juni 1788 zu Stade, wo sein Vater, Martin Gotthard K., Pastor und Senior war, besuchte die Gymnasien zu Stade und Hamburg und studirte sodann zu Helmstädt und Göttingen Theologie. Am 28. Februar 1819 ward er zum Diakonus (Pastor) zu St. Jacobi in Hamburg erwählt. Als er am 28. Februar 1869 sein fünfzigjähriges Amtsjubiläum feierte, ward er von der Göttinger theologischen Fakultät honoris causa zum Doctor der Theologie ernannt. Er starb, 83 Jahre alt, am 23. August 1871. – K. hat, wie wohl kein anderer, die ascetische Litteratur, namentlich die der deutschen lutherischen Kirche, zum Gegenstande eingehender Studien gemacht. Auf Grund seiner eignen, immer reichhaltiger gewordenen und schließlich wohl einzigartigen Bibliothek in diesem Fache arbeitete er eine Litteraturgeschichte der deutschen protestantischen Erbauungsschriften von der Reformation bis auf das Jahr 1800 aus, die Jahre lang im Manuscript druckfertig in seinem Pulte lag, und, wie man allgemein sagte, nur deshalb nicht gedruckt wurde, weil K. keinen Verleger fand, der mit seiner Geschichte der ascetischen Litteratur auch die zahlreichen Proben aus derselben, ohne welche K. seine Arbeit nicht herausgeben zu sollen glaubte, drucken wollte. Als dann einige Jahre vor Kunhardt’s Tode, der Professor der Theologie Carl Johann Cosack (vgl. Band IV. S. 511), durch die Kunde von Kunhardt’s [380] ascetischer Bibliothek angezogen, K. besuchte und K. in ihm den jüngern würdigen Genossen seiner Studien erkannte, von welchem eine weitere Förderung derselben zu erhoffen sei, schenkte K. ihm in seltener Liberalität seine ganze druckfertige Arbeit. Cosack starb, ehe er diese Studien zum Abschluß brachte; und als dann sein Freund, Bernhard Weiß, aus seinem Nachlaß den Beitrag „Zur Geschichte der evangelischen ascetischen Litteratur in Deutschland“ (Basel und Ludwigsburg 1871) herausgab, geschah es, daß in diesem Werke auch Theile der Kunhardt’schen Arbeit erschienen, ohne daß seiner auch nur mit einem Wörtlein gedacht war. Der Herausgeber hatte von dieser Sachlage keine Ahnung gehabt; nachdem er aber von einem Collegen Kunhardt’s darauf aufmerksam gemacht war, und sich davon überzeugt hatte, daß dem so sei, beeilte er sich, eine Erklärung hierüber, in welcher Kunhardt’s Antheil an den Cosack’schen Aufsätzen anerkannt ward, zu veröffentlichen; diese Erklärung erschien an Kunhardt’s Beerdigungstage, am 26. August 1871, in Nr. 34 der Neuen evangelischen Kirchenzeitung von Meßner (Spalte 535, Text und Anmerkung). Seine ascetische Bibliothek hat K. der hamburgischen Stadtbibliothek geschenkt.

Vgl. Lexikon der hamburgischen Schriftsteller. Band IV. S. 264.