ADB:Herberstein, Leonhard von

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Artikel „Herberstein, Leonhard von“ von Franz von Krones in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 12 (1880), S. 35, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Herberstein,_Leonhard_von&oldid=- (Version vom 24. September 2020, 19:10 Uhr UTC)
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Herberstein: Leonhard (Lienhart) von H. († 1511). Den eigenen Aufzeichnungen des drittgeborenen Sohnes Sigismund von H. in dessen „Familienbuche“ entnehmen wir Folgendes über diesen zweiten Begründer der Gütermacht und des Ansehens der Andreanischen oder jüngeren Herbersteiner Linie. Zu Wippach (im Görzer, nachmals Krainer Gebiete) geboren, gab er in jüngern Jahren dem Kaiser Friedrich III. zweimal das Geleite auf der Romfahrt, 1452 „als Knab“ und 1469 als Dienstmann, welcher bereits 1465 die Jungfrau Barbara, Tochter Niklas des Burggrafen zu Lienz und zum Lueg (Niklas Lueger) zur Frau genommen hatte. Zwei Jahre vorher, 1463, als Venedig die Triestiner bedrängte und Kaiser Friedrich seiner Stadt Hülfe sandte, war auch L. v. H. unter dem Zuzuge und verlor durch einen Pfeilschuß die vorderen Zähne. „Er hat viel und groß Reiten vollbracht und wurde zu seiner Zeit für einen der besten Reiter gehalten“ erzählt Sigismund. 1470 erhielt er die k. Pflegschaft Wippach, 1480, am 30. Sept. die Hauptmannschaft zu Adelsberg. Als der Krieg zwischen dem Kaiser und den Korvinen losbrach, ritt er von Wippach gegen Marburg in Einem Tage und kam hier mit seinen Pferden und Knechten um die Vesperzeit an; allerdings eine fast unglaubliche Leistung. In mannigfaltige Rechtshändel mit den Saurauern und Holeneckern verstrickt, die er auf dem Prozeßwege nicht fertig bringen konnte, starb der hochbetagte Siebenziger, wie ihn sein Sohn Siegmund nennt, den 22. Januar 1511 zu Graz, allwo er auch begraben ist. Er besaß außer Marnfels und den genannten Pflegschaften ein Freihaus in Triest, die Herrschaft Gutenhag in Steier als kaiserliches Lehen und nahm auch das Friaulsche Pordenone in Pacht. Er hinterließ 5 Söhne, unter denen Georg und Siegmund die namhaftesten wurden.

Literatur s. w. o. bei Andreas.