ADB:Frohberger, Hermann

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Artikel „Frohberger, Hermann“ von Conrad Bursian in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 8 (1878), S. 130–131, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Frohberger,_Hermann&oldid=- (Version vom 28. Februar 2020, 19:10 Uhr UTC)
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Frohberger: Gerhard August Hermann F., Philolog, geb. zu Leipzig am 31. März 1836, besuchte von 1847 an die Thomasschule, von 1852 an die Universität seiner Vaterstadt, wo er zuerst Theologie, dann Philologie und Geschichte studirte. Eigene Neigung, sowie die Anregung Anton Westermann’s führten ihn bald zu speciellerer Beschäftigung mit den attischen Rednern und den attischen Staats- und Rechtsalterthümern, welche fortan den Mittelpunkt seiner wissenschaftlichen Studien und Interessen bildeten. Nachdem er 1857 in Leipzig die Gymnasiallehrerprüfung bestanden und als Dr. phil. promovirt hatte, nahm er eine Stelle als Lehrer der alten Sprachen und Geschichte an dem von dem lutherischen Pfarrer Dr. Franke in Rogasen begründeten Privatgymnasium an, die er nach 1½ Jahren, Ostern 1859, nachdem er im März d. J. das preußische Oberlehrerexamen in Greifswald bestanden hatte, mit einer Lehrerstelle am (evangelischen) Friedrich-Wilhelm-Gymnasium in Posen vertauschte. Schon nach einem halben Jahre kehrte er in sein engeres Vaterland Sachsen zurück, um eine Lehrerstelle am Gymnasium und der Realschule zu Zittau zu übernehmen. Von hier berief ihn das sächsische Ministerium Michaelis 1861 als neunten Oberlehrer an die Fürstenschule zu Grimma, wo er schon 1863 die achte Oberlehrerstelle, 1864 die siebente, 1868 die sechste Professur mit dem Ordinariat der Unterprima erhielt. Ostern 1872 siedelte er als Conrector an das neubegründete Gymnasium zu Chemnitz über, wo ihn ein früher Tod am 28. März 1874 hinwegraffte. F. war ein Lehrer von ungewöhnlicher Begabung und Tüchtigkeit; daß er daneben auch ein gründlicher und selbständiger Forscher auf dem von ihm speciell bearbeiteten Gebiete war, davon legen seine schriftstellerischen Arbeiten Zeugniß ab, die sich, abgesehen von einer dem Programm der Grimmaischen Fürstenschule vom J. 1866 beigegebenen Abhandlung „De opificum apud veteres Graecos conditione“ und einigen Schulreden historischen Inhalts, durchaus auf die attischen Redner, insbesondere auf Lysias beziehen: er hat ausgewählte Reden desselben mit einem sehr gründlichen Commentar in deutscher Sprache veröffentlicht (drei Bändchen, Leipzig 1866–71; daneben eine kleinere, mehr für die Bedürfnisse der Schüler berechnete Ausgabe ebda. 1875). Von seinen Beiträgen zu philologischen Zeitschriften verdienen die „Annotationes ad oratores atticos“ (Philologus Bd. XXIX. S. 621 ff.) und der umfängliche Jahresbericht über den Redner Lykurgos (ebda. Bd. XXXIII. S. 344 ff.) Erwähnung.

[131] Ich habe als Quelle folgendes nicht in den Buchhandel gekommene Schriftchen benutzt: Den Manen des Herrn Prof. Dr. Hermann Frohberger, Conrector am k. Gymnasium zu Chemnitz, gest. am 28. März 1874. I. Ansprache an die Lehrer und Schüler der Anstalt in der Aula des Gymnanasiums von Rector Prof. Dr. Vogel. II. Worte am Grabe von Diaconus Dr. Frommhold. O. O. u. J.