ADB:Frank, Othmar

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Frank, Othmar“ von August Leskien in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 7 (1878), S. 260, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Frank,_Othmar&oldid=- (Version vom 4. Juli 2020, 19:40 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Frank, Michael
Nächster>>>
Frank, Petrus
Band 7 (1878), S. 260 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Kein Wikipedia-Artikel
(Stand Dezember 2009, suchen)
GND-Nummer 116704128
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|7|260|260|Frank, Othmar|August Leskien|ADB:Frank, Othmar}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=116704128}}    

Frank: Othmar F., Orientalist, geb. 8. Mai 1770 in Bamberg, trat nach ebendort vollendeter Schulbildung in das Benedictinerkloster zu Banz, erhielt 1794 die Priesterweihe und wirkte als Lehrer der Philosophie und Mathematik in seinem Kloster, dann am Lyceum zu Bamberg. Nach der Säcularisirung des Klosters wandte er sich den orientalischen Studien, die er schon früher begonnen, eifriger zu, ward 1813 auf Staatskosten zum Studium des Sanskrit nach Paris, 1814 nach London geschickt, kehrte 1817 nach München zurück und erhielt 1821 die Professur für indische und persische Sprache in Würzburg. Bei der Verlegung der Universität Landshut nach München ward er 1826 als Professor des Sanskrit dahin versetzt und zugleich ordentliches Mitglied der königl. bairischen Akademie der Wissenschaften; 1840 im Auftrage des Königs zum Ankauf einer Sammlung indischer Antiquitäten nach Wien geschickt, starb er dort am 16. September. Frank’s Thätigkeit und Schriften sind fast ohne Wirkung auf die Entwicklung der Sanskritstudien und der Sprachwissenschaft geblieben wegen seiner Neigung zum Mysticismus und seiner schwerfälligen, unklaren Darstellungsweise. Diese Fehler zeigen sich von seinen ersten Schriften an („Das Licht vom Orient“, 1. Th. 1808; „De Persidis lingua et genio“, 1809) und beeinträchtigten auch die Brauchbarkeit seiner „Chrestomathia Sanskrita“ I. II. 1820–21, sowie die seiner „Grammatica Sanskrita“ 1823, letztere verschwand gänzlich vor dem 1827 vollendeten „Lehrgebäude der Sanskrita-Sprache" Bopp’s. Kleinere Arbeiten über indische Alterthumskunde und Mythologie stehen in Th. 1–3 der Abhandlungen der philos.-philol. Cl. der königl. baier. Akademie; Frank’s letztes größeres Werk ist „Die Philosophie der Hindu. Vaedanta Sara und Sadananda, sanskrit und deutsch zum ersten Mal übersetzt, mit … Auszügen aus den Scholien des Rama-Krishna-Tirtha“, 1835.