ADB:Dürr, Franz Anton

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Artikel „Dürr, Franz Anton“ von Johann Friedrich von Schulte in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 5 (1877), S. 489–490, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:D%C3%BCrr,_Franz_Anton&oldid=- (Version vom 29. September 2020, 05:33 Uhr UTC)
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Dürr: Franz Anton D., geb. zu Mannheim im Jahre 1727, promovirte zum Dr. iur. utr. 1751 zu Mainz, seit 1755 ordentlicher öffentlicher Professor des öffentlichen Rechts und der Geschichte an der Universität daselbst und Hofrath, später noch wirklicher Regierungsrath, Syndicus des Metropolitan-Capitels und der Universität, starb zu Mainz am 27. April 1805, wo er seit der durch die französische Occupation eingetretenen Umwälzung privatisirte. – Die Abhandlungen, meist aus Veranlassung akademischer Acte gemacht, gehören zu den gründlichsten, welche das Kirchenrecht aus dem vorigen Jahrhundert von Katholiken in Deutschland aufzuweisen hat. In der Methode der Zeit folgend, enthalten sie allseitige Benutzung der Litteratur, zum Theil sehr eingehende Quellenstudien und bekunden eine freie wissenschaftliche Auffassung. Sind sie auch zumeist mit [490] dem Wegfalle der Rechtsverhältnisse, worauf sie Bezug haben, für das heutige Recht bedeutungslos, so behalten sie für die Rechts- und Litteraturgeschichte ihren Werth und liefern insbesondere einen Beweis des trefflichen wissenschaftlichen Sinnes, der an der Mainzer Universität zu einer Zeit herrschte, wo die meisten katholischen Anstalten in Folge der jesuitischen Leitung auf einer sehr tiefen Stufe sich befanden. Wie die Schriften zeigen, hatte er einen durchaus praktischen Sinn und warf sich meist auf kirchenpolitische Gegenstände. Wir besitzen von ihm folgende Werke, sämmtlich in Mainz erschienen: „Diss. de matrimonio aequali aut inaequali personarum illustrium in Germ. vulgo Von Stands- und Mißheirathen“. 1751 (unter Jo. Mich. Dahm J. U. D. et Prof. p. o., in Anton Schmidt’s Thesaur. iur. eccl. VI. p. 590 neu abgedr.). – „De potestate patria circa religionem liberorum“, 1755 (Schmidt VI. 674). – „Commentatio hist. de episcopo puerorum, vulgo Vom Schul-Bischoff. Qua hist. litteraria universae rei liturg. variaeque antiquitates eccles. illustrantur“, 1755 (eod. III. 58). – „Com. hist. de Moguntino S. Martini monasterio“, 1756 (III. 84). – „Diss. jur. publ. de eo, quod iustum est circa ius reformandi, in tempore oppignorato, cuius facta est reluitio ad illustrationem instrumenti Pacis Osnabrug. Art. V. § 27“, 1760 (IV. 140). – „De manufidelibus in specie ecclesiasticorum tum principum tum privatorum in Germania“, 1762 (VI. 328). – „De judice controversiarum in causis electionum episcoporum Germ. Vom Entscheidungsrecht zwispaltiger Wahlen geistlicher Reichsfürsten“, 1768 (der Promovent war Jo. Ad. Wöler; ib. II. 354). – „De capitulis clausis ecclesiarum tam cathedral. quam collegiatar. in Germ.“, 1763 (III. 122). – „De annis gratiae canonicorum ecclesiar. cathedral. et colleg. in Germ.“, 1770 (VI. 166). – „De annis carentiae canonicor. cet.“, 1772 (ib. 204). – „De domino territoriali protestantico suis subditis cath. in impedimentis matrimonium iure eccles. impedientibus nulliter dispensante“, 1769 (ib. 638). – „De eo quod iustum est circa repressalias in causis religionis in imperio Rom. Germ.“, 1771 (IV. 652). – „De beneficio eccles. authoritate episcopali legitime permutato ad effectum precum primariar. imperial. haud vacante“, 1773 (V. 273). – „De parocho a perceptione decimarum novalium in Germ. excluso“, 1764 (VII. 1).

Der Biograph, IV. Bd. (Halle 1804, 5), S. 482.