ADB:Binder, Samuel Traugott

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Artikel „Binder, Sam. Traugott“ von Friedrich Schuler von Libloy in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 2 (1875), S. 647–648, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Binder,_Samuel_Traugott&oldid=- (Version vom 28. Februar 2020, 19:19 Uhr UTC)
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Binder: Sam. Traugott B., Orator in Hermannstadt, geb. 8. Mai 1799, † 17. Nov. 1855. Tuchmacher; 1818–1821 in Deutschland und Belgien ausgebildet, brachte er in seine Vaterstadt ungewöhnliche Kenntnisse mit, in Weberei, Färberei und Appretur von Wollwaren, welche er gemeinnützig für das Tuchmachergewerbe u. a. Fächer verwerthete, Associationen zum Bezug von Rohstoffen (besonders der Wolle und Farben) ins Leben rief, Lieferungen für Armeebedürfnisse durch die Genossenschaft übernahm, einen Verein für Wollspinnerei errichtete, sich an Weltausstellungen und Gründung anderer Vereine (Sparcasse, Gewerbeverein, Alt-Schifffahrt) betheiligte; B. war Gemeindevertreter, hernach Gemeindevormund (Communitätsorator) in Hermannstadt, 1848 Cassier der Nationalgarde, Mitglied des Sicherheitscomité und mit großer Aufopferung, Besonnenheit und Energie 1848–49 darauf bedacht, die Gemeinde in jenen Revolutionsjahren zu vertreten, wenn es galt, mit aller Unerschrockenheit; hernach Gewerbevereins-Director, Mitglied der Kronstädter Handelskammer, hatte B. wiederholt Gelegenheit, sich um das Wohl seiner Vaterstadt verdient zu machen; während seines Aufenthalts beim österreichischen Zollcongreß in Wien begann in Folge des Absolutismus seine Leidensgeschichte, indem er als Orator die Gemeinderechte der Stadt mit Freisinn und Rechtsbewußtsein wahrte und vertheidigte. Als er seine mannhafte Antwort den damaligen Gewaltherrschern gegeben: „daß er nicht an der Stadt eidbrüchig werden und ihre gesetzlichen Rechte aufgeben könne“, ward die Communität (Gemeindevertretung von Hermannstadt) auseinandergesprengt, B. seines Amtes 29. Nov. 1854 enthoben und ein Ausschuß von 30 gefügiger erscheinenden (statt der hundert) ernannt. Diese unverdienten Kränkungen der österreichischen Regierung beschleunigten sein Ende; [648] er starb 1885[1], ein ächter Sachsensohn und Bürgervorbild, mannhaft, stets thätig, schaffend, gemeinnützig, ein Mann des Fortschritts und der Aufklärung.


Anmerkungen (Wikisource)

  1. wohl verdruckt, statt 1855 ?