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Autor:
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Titel: ’s Ringl
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 2, S. 36
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1897
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[033]
Die Gartenlaube (1897) b 033.jpg

’s Ringl.
Nach dem Gemälde von E. v. Müller.


[036] ’s Ringl. (Zu dem Bilde S. 33) Seitdem das Lenerl von ihrem Schatz das goldne Ringl mit den blauen Vergißmeinnichtsteinen geschenkt bekam, ist sie schon wiederholt drauf und dran gewesen, ihn ihrer besten Freundin, der Burgei, zu zeigen. Aber noch muß ihr Verspruch mit dem Jochbauernsepp eine Weile geheim bleiben, bis sich beide Elternpaare bereit fanden, zu dem Bunde ihren Segen zu geben. Der Sepp hat verlangt, daß sie gegen jedermann fein still bleiben soll bis dahin. Als die Len’ aber nun wieder mit der Burgei zusammentrifft, da überkommt sie das Verlangen mit Macht, und hinter einem Heustadel, wo sie sich ganz unbelauscht weiß, weist sie der Freundin verschämt und doch voll Seligkeit den Reif. Keine Silbe kommt dabei über ihre Lippen – ihr Wort will sie halten, das Ringl sagt so genug! Die Burgei aber lächelt verschmitzt, sie ist eine Schlaue und hat längst das Geheimnis der Freundin erraten! Doch auch jetzt will sie warten, bis es der Len’ an der Zeit scheint, sie ganz zur Vertrauten zu machen. „Ja gelt, der ist schön“, sagt sie in neckischem Tone, indem sie aufrichtig bewundernd den Goldreif betrachtet. „Den hast gewiß von Deiner God in Brixlegg bekommen, wie du neuli’ drunt’ bei ihr warst?“ Da wird das Lenerl feuerrot, – ist das Spaß oder Ernst, was die Burgei da sagt? – dann aber hebt sie den Blick treuherzig zu dieser empor und flüstert in reizender Verlegenheit: „Moanst dös wirkli’?“ ...