BLKÖ:Weidmann, Franz Karl

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Weidmann, Joseph
Band: 53 (1886), ab Seite: 262. (Quelle)
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Weidmann, Franz Karl (Schriftsteller, geb. in Wien 14. Februar 1787, gest. daselbst 28. Jänner 1867). Schon die „Theater-Zeitung“ 1841, S. 168 gibt den 14. Februar 1787 als sein Geburtsdatum an. Mit dem Tage, obgleich als solcher auch der 11. Februar angeführt wird, mag es seine Richtigkeit haben, ob mit dem Jahre, müssen wir dahingestellt sein lassen, da nach seiner eigenen Angabe dasselbe überhaupt nicht mehr genau zu ermitteln ist, er selbst aber sich für fünf bis sechs Jahre älter hält, als die Biographen ihn machen. Wir folgen jedoch der „Theater-Zeitung“, welcher Weidmann zeitlebens sehr nahe gestanden, und gegen deren Angabe er selbst öffentlich nie Einsprache erhoben hat. Sein Vater Joseph [siehe den Folgenden] war Hofschauspieler, sein Oheim Paul [siehe diesen S. 272] Theaterdichter und Verfasser des in jüngster Zeit in neuer Bearbeitung wieder zu Glanz und Ehren gekommenen „Bettelstudenten“, so lag es denn nahe genug, daß auch Franz Karl, durch des Vaters Erfolge geblendet, zur Bühne ging, für welche er aber nicht die geringste Eignung besaß. Durch Vermittelung oder Einfluß des Vaters gelang es ihm auch, am Hoftheater angestellt zu werden; aber selbst erkannte er, daß er für die Bühne gar nicht tauge, gab die errungene Stellung freiwillig auf und wurde mit einer Pension entlassen, die ihm bis an sein Lebensende blieb und ihn in seinen letzten Jahren, da es mit der Schriftstellerei bei den veränderten Verhältnissen, in die der Greis doch nicht mehr hinein paßte, nicht mehr gehen wollte, vor leiblicher Noth schützte. Die Erfolge seines Oheims Paul auf dramatischem Gebiete wiesen ihn zunächst auf dasselbe; er debutirte mit dem Schauspiele „Clementine von Aubigny“, in dem die gefeierte Sophie Schröder glänzte, dann folgten „Die Scharfenecker“, welche zu ihrer Zeit die Runde durch alle Bühnen Deutschlands machten, ohne freilich dem Verfasser, da die Tantieme noch nicht erfunden war, klingende Vortheile zu bringen. Mit dem Zauberspiel „Der Ring des Glückes“, welches im Theater in der Josephstadt am 19. December 1833 gegeben wurde, schloß er seine dramatische Thätigkeit, über welche wir Seite 265 eine genaue Uebersicht bieten. Auch wird Weidmann die Autorschaft der Abschiedsrede zugeschrieben, welche der berühmte Hofschauspieler Joseph Lange [Bd. XIV, S. 97], als er 1811 der Bühne Lebewohl sagte, hielt, und deren ungewöhnliche Wirkung wohl auch zu gutem Theil auf Rechnung des Anlasses zurückzuführen ist. Als er aufgehört hatte, Theaterdichter zu sein, schrieb er Recensionen für Schickh’s „Wiener Zeitschrift für Kunst, Literatur, Theater und Mode“, welche er einige Jahre auch redigirte,. für Bäuerle’s „Theater-Zeitung“ und andere Wiener Blätter jener Tage. Er entwickelte auf dem Gebiete der Recension eine Fruchtbarkeit, die unser Staunen erregt; wenn man Alles, was er als Recensent geschrieben hat, sammeln wollte, so würde dies eine stattliche Reihe dickleibiger Bände geben; er schrieb nicht bloß „Recensionen“ über [263] Schauspiele, Opern-, Volks- und Spectakelstücke aller Art, sondern auch Bücher jedes Inhalts, die von Redactionswegen besprochen werden sollten, geriethen unter seine rastlose Feder. Nicht nur gegenüber der Bühne, auch in anderen Zweigen trat er als Kunstrichter auf, es mochte sich um Gemälde, um Werke der Bildhauerei und Architectur oder um was immer handeln. Auch industrielle Unternehmungen und Etablissements erhielten bei ihrem Entstehen einen Geleitschein Weidmann’s. Kurz, er war auf dem Gebiete der Kritik, wie man im Hauswesen zu sagen pflegt, „ein Mädchen für Alles“, freilich war es mit dem Gebotenen, wie nicht selten mit den dienstbaren Hausgeistern, auch danach bestellt. Aber in einer Hinsicht ist er als Berichterstatter nicht zu unterschätzen. Wir bedienen uns zu seiner Charakteristik in dieser Richtung der Worte seines Biographen: „Als Journalist griff Weidmann in alle Fächer ein, besonders in Alles, was in Wien geschah oder von da ausging. Keine öffentliche Festlichkeit wurde begangen, kein Grund- noch Schlußstein wichtigerer oder monumentaler Bauten gelegt, keine Eisenbahnstrecke eröffnet, ohne daß er als Berichterstatter, in einzelnen Fällen wenigstens als Gelegenheitsdichter intervenirte. Unter den Denksteinen seiner zahlreichen Biographien und Nekrologe schlummert eine Menge von Größen und Halbgrößen. Sein gewissenhafter Eifer im Zusammentragen, seine Genauigkeit im symmetrischen Zusammenstellen aller Details eignete ihn vornehmlich zu Beschreibung feierlicher Acte, die er nicht bloß in Journalen, sondern auch in eigenen Schriften, deren Verzeichniß weiter unten folgt, niedergelegt hat.“ In dieser Hinsicht erweist er sich während eines halben Jahrhunderts als der zuverlässigste Chronist Wiens, und ist sein Vortrag auch breitspurig und oft langweilig, seine Angaben sind sicher und genau. Nach Ebersberg’s Tode im Jahre 1854 setzte Weidmann, der mit dem Verstorbenen innig befreundet war, einige Zeit den „Oesterreichischen Zuschauer“ fort; allmälig aber beginnt er vom Schauplatze der Journalistik zu verschwinden, und er tritt nur zeitweise, und zwar sehr selten, mit einem Bericht über einen oder den anderen öffentlichen Vorgang auf. Bedeutsamer aber denn als Poet, Kunstrichter, Journalist und Localreferent und so zu sagen bahnbrechend erscheint er als Topograph und als Tourist. Vornehmlich durch die Gunst des Erzherzogs Johann war es ihm beschieden, die Berge und Thäler Oesterreichs und Steiermarks zu durchwandern. Jahre hindurch benützte er dazu die schöne Jahreszeit, indem er wochenlang vom Wiener Schauplatze verschwand und gestärkt von der herrlichen Luft der Alpen heimkehrte, um dann seine auf den Wanderungen kreuz und quer empfangenen Eindrücke, Anschauungen und Mittheilungen niederzuschreiben und zu veröffentlichen. Sind auch diese Reise- und Touristenbücher Weidmann’s – die aus einer Zeit stammen, da es noch keine Eisenbahnen gab, und in welcher er Gegenden betrat, die der heutige Eisenbahn-Reisende nie sieht und anschaut – zum Theile überholt, in gewissen Partien sind sie noch immer die erste und letzte Quelle, bei welcher mancher neuere Topograph Rath findet, ohne doch denjenigen dankbar zu nennen, der ihm Aufschluß gegeben. Ja Weidmann hat, wie sein Biograph richtig bemerkt, in den Bergen Oesterreichs und der Steiermark Fundgruben geöffnet, die ohne ihn vielleicht [264] noch lange würden unentdeckt geblieben sein, und in welche auch kommende Generationen ihm willig folgen werden. Dabei bevölkert er die Gegenden, in welche er uns führt, mit den Gestalten der Geschichte und der Sage und belebt so die Stille der Thäler, die Schrecken der Abgründe mit traulichen befreundeten Geistern. Seine topographischen Schriften über Oesterreich und Steiermark werden für Leute, die abseits der Bahnen die Herrlichkeiten aufsuchen, heute und noch lange ihren Werth behalten, da sie immer genaue und interessante Angaben enthalten. In den letzten Jahren war er im Sommer fast ein ständiger Gast des Reichenauer Thales, so daß man sich gewöhnt hatte, ihn zur Gegend zu rechnen wie die riesigen Berge und den wilden Sturzbach. Weidmann hat das hohe Alter, wenn wir den gewöhnlichen Angaben folgen, von achtzig Jahren, und ein noch höheres, wie er selbst behauptete, erreicht. Doch ist in dieser Hinsicht, wie bezüglich seiner mündlichen Mittheilungen überhaupt, Vorsicht geboten gewesen. Wahr und aufrichtig in Allem, gestattete er doch seiner Phantasie, gerade in denjenigen Daten, welche ihn selbst betrafen, hin und wieder einige Variationen anzubringen, welche Jene, die ihn langer kannten, bei dem Abweichen von dem schon früher Erzählten, einigermaßen befremdeten, und im Kreise seiner Jugendbekannten, zu denen vor allen der alte Wiener Bäuerle gehörte, ging sogar die Sage, daß sein Geist in freundlichen Dichterträumen sich zuweilen in weit entlegene fremde Länder und Gegenden habe tragen lassen, die er dann auch leiblich besucht zu haben glaubte, ohne daß seine näheren Freunde diesen Glauben mit ihm theilen wollten. Wenn er von anderen Gegenden als Oesterreich und Steiermark mit einer Anschaulichkeit erzählte, als wenn er dort gewesen wäre, was er zuletzt auch behauptete, dann sagte der alte Bäuerle: „Der ist mit den Siebenmeilenstiefeln der Lüge durch die ganze Welt gereist. Wenn er von seinen Reisen erzählt und über Oesterreich und Steiermark hinauskommt, ist ihm keine Sylbe zu glauben.“ Daher liest sich auch ein Bericht im Frankfurter Conversationsblatte im November 1844, der über die Reisen unseres Schriftstellers in Dalmatien und Montenegro, von einer bevorstehenden Reise desselben nach Aegypten und Syrien schreibt, für Jeden, der Weidmann und diese seine Schwäche kannte, gar zu komisch. Wenn in den vielen Nekrologen über ihn von den von ihm unternommenen „weitesten Reisen“ geschrieben wird, so hat der Zufall auch hier, wie schon oft in Gestalt eines Druckfehlers, komisch mitgespielt, da die Stelle: „daß der Tourist Weidmann sich in den weitesten Reisen und über die Grenzen seines Vaterlandes hinaus einen nachhaltigen Namen gemacht“, lauten muß: daß der Tourist Weidmann sich in den weitesten Kreisen einen.... Namen gemacht. Im Ganzen war er als Mensch überall gern gesehen und sprach bis in sein hohes Alter bei Redactionen häufig vor; seine Gutmüthigkeit war von seltener Art, und äußerte er sich auch über die Zeit nach 1848 nicht besonders hold, wurde er doch nicht ungerecht gegen Andersdenkende und spielte nie, obwohl er Gelegenheit hatte, in auserlesene Kreise zu kommen, wie so viele Andere den Angeber. Er that sich auf seinen Patriotismus nichts zugute, aber er war ein Patriot vom Wirbel bis zur Zehe. Wenige Wochen vor seinem Tode, als, er seine Kräfte zusehends schwinden sah, richtete er an [265] eine hochgestellte Persönlichkeit das Ersuchen, ihm für den Fall seines Todes ein eigenes Grab und die Bestattungskosten zuzusichern. Er fühle, daß er seinem Ende nahe, und da er sich im Leben nicht genug erspart, um auch über den Tod hinaus etwas erübrigen zu können, so sei das die einzige Sorge, die ihn noch drücke. Sein letzter Wunsch; wurde ihm brieflich gewährt, und Weidmann sprach in seinen letzten Tagen mit Freuden davon, daß er sich nun für die Ewigkeit versorgt wisse. Wir lassen hier eine möglichst vollständige Uebersicht der literarischen Thätigkeit unseres Schriftstellers folgen.

Uebersicht der von F. K. Weidmann durch den Druck veröffentlichten dramatischen, topographischen und anderen Werke, a) Die dramatischen: „Sieg, Freiheit und Friede. Eine allegorische Scene“ (Linz 1815). – .Clementine von Aubigny. Ein dramatisches[WS 1] Gedicht in 4 Aufzügen“ (Wien 1817, 8°.). – „Die Scharfenecker. Schauspiel“, unter dem Titel „Der Verbannte“. Romant. Schauspiel in 4 Aufzügen in München am Isarthor bereits im October 1823 gegeben; dann im Theater an der Wien unter dem Titel: „Die Scharfenegger“ am 29. October 1825. – „Die Geächteten“. Schauspiel in 4 Aufzügen (Wien 1826, 8°), wurde im Hofburgtheater am 20. August 1823 gegeben. – „Das Pilgerhaus auf dem Bernhardsberge. Drama“, im October 1826 im Theater an der Wien aufgeführt. – „Das Dauernde im Wechsel“, im Theater in der Josephstadt, als Director Stöger 1832 die Direction übernahm, gegeben. – „Der Ring des Glückes“. Zauberspiel mit Gesang und Tanz in 3 Aufzügen, am 19. December 1833 im Josephstädter Theater aufgeführt. Seine in drei Bänden erschienenen „Sämmtlichen Werke“ (Brünn 1822, 8°.) enthalten im 1. Bande die Theaterstücke: „Erasmus Lueger. Trauerspiel in 4 Acten“; – „Wulfried von Hohenstein. Dramatisches Gedicht in 3 Acten“; – „Mithridat. Trauerspiel in 5 Aufzügen“; – „Die Belagerung von Solothurn. Historisches Drama in 2 Acten“; – „Der Verbannte. Romantisches Schauspiel in 4 Acten“. Der 2. Band enthält Weidmann’s „Gedichte“, von denen schon 1815 eine Sammlung bei Wallishausser in Wien (16°.) und eine zweite in zwei Bänden 1816 und 1817 bei Gerold in Wien (16°.) erschien. Der 3. Band dieser „Sämmtlichen Werke“ enthält in zwei Theilen „Memorabilien aus meiner Reisetasche“; – „Till Eulenspiegel“. Lustspiel in 3 Aufzügen, nach Karl Lebrun, von Weidmann mit Aenderungen neu eingerichtet (Mainz 1837). – Schließlich ist Weidmann auch in den 1830 bei Tendler in Wien (12°.) erschienenen „Dramatischen Miscellen“, welche Beiträge von Berling, Grillparzer, Halirsch, Haug, Freiherrn v. Lannoy, Jos. v. Mosel, L. Schmidt, D. Sommer und Zedlitz enthalten, durch einen Beitrag vertreten. b) Topographische und andere Schriften: „Wegweiser auf Ausflügen und Streifzügen durch Oesterreich und Steiermark„ (Wien 1821, Armbruster, 12°.); zweite durchaus bericht. und verm. Ausg. (Wien 1836). – „Wiens Umgebungen. Historisch-malerisch geschildert. 1. bis 10. Ausflug“ (Wien 1824–1827, Armbruster, 16°; neue Auflage mit 10 gestochenen Ansichten und 2 Plänen, ebd. 1839). – „Der Brandhof und das Fest seiner Einweihung am 24. August 1828“ (Wien, 1828, Adolph, 8°.). – „Worte der Erinnerung am Feste der Einweihung des Brandhofs bei Maria-Zell in Steiermark“ (Wien o. J. [1828] Adolph, 4°.). – „Reise von Wien nach Maria-Zell in Steiermark und dessen Umgebung. Mit Beziehung auf den berühmten Wallfahrtsort Maria-Zell. Mit einem Panorama der Zeller Gebirge“ (Wien 1830, Tendler, 8°.), auch unter dem Titel: „Reise im steirischen Oberlande“ u. s. w. – „Panorama von Wien oder neueste malerische Ansichten der vornehmsten und merkwürdigsten Plätze, Straßen, Paläste, Kirchen, Klöster, Gärten u. a. vorzüglichen Gebäude der k. k. Haupt- und Residenzstadt Wien nebst derselben Vorstädten und den herumliegenden Gegenden. Mit Beschreibung ihrer Merkwürdigkeiten und einem Auszug ihrer Geschichte. Mit 52 in Kupfer gestochenen Ansichten und Titelk.“ (Wien 1832, Sommer, qu. gr. 8°.). – „Der Führer nach und um Ischl. Handbuch für Badegäste und Reisende“ (Wien 1834, Gerold, gr. 12°.; zweite, verm. und verb. Aufl., ebd. 1849). – „Darstellung aus dem steiermärkischen Oberlande. Mit Titelk. und 1 Karte“ (Wien 1834, [266] Gerold, gr. 8°.). – „Gemeinfaßlich kurze Darstellung aller Länder und Völker der Erde in Beziehung auf Lage, Größe, Begrenzung, der Meer-, Fluß- und Gebirgssysteme, der Gaben der drei Naturreiche, der Bevölkerung und politischen Eintheilung. Als erstes geographisches Unterrichtsbuch für die Jugend. Mit 12 zum Aufstellen eingerichteten Gemälden“ (Wien 1840, Müller, 12°.). – „Der Mühlkreis im Erzherzogthum Oesterreich, Land ob der Enns. Mit 1 Karte und 5 Chromolithographien“ (Wien 1840, Müller, Imp. 4°.). – „Der Traunkreis im Erzherzogthum Oesterreich, Land ob der Enns. Mit 1 (illustr.) Karte und 5 Chromolithographien“ (ebd. 1840, Imp. 4°.). – „Der Judenburger Kreis im Herzogthume Steiermark. Mit 1 Karte und 5 Chromolithographien“ (ebd. 1840, Imp. 4°.). – „Der Troppauer Kreis im Herzogthume Schlesien. Mir 1 top. Karte und 5 Chromol.“ (ebd. 1840, Imp. 4°.) – „Der Kreis an der Etsch (Bozener Kreis) im Lande Tirol. Mit Karte und 3 Chromolith.“ (ebd. 1840. Imp. 4°.). – Der Kreis Unter-Manhartsberg in Oesterreich u. d. Enns. Mit Karte und 5 Chromolith.“ (ebd. 1843, Imp. 4°.) – „Der Kreis Unter-Wienerwald in Niederösterreich. Mit 1 Karte und 5 Chromolith.“ (ebd. 1846, Imp. 4°.). – „Album des Erzherzogthums Oesterreich ob der Enns. Mit Karten. Ansichten der Städte, Gegenden, Denkmale und Trachten in Farbenbildern u. s. w. u. s. w. Mit 25 Chromolithographien und 5 (ill.) topogr. Karten“ (Wien 1842, Müller, gr. 4°.). allem Anschein nach die im „pittoresken Oesterreich“ desselben Verlegers enthaltenen einzelnen Oesterreich ob der Enns betreffenden und von Weidmann bearbeiteten Kreise in ein Ganzes zusammengefaßt. Die sieben letztgenannten Werke bilden auch Nr. 1, 2, 6, 9, 12, 30 und 31 des Sammelwerkes: „Das pittoreske Oesterreich oder Album der österreichischen Monarchie“, an welchem außer Weidmann auch noch G. A. Wimmer, Franz Klutschak, Dav. Kuntz, A. A. Schmidt, M. Ackner, J. K. Schuller, W. C. W. Blumenbach, A. Heinrich, J. Löwenthal, A. Beck, E. Th. Krieger und Andere mitgearbeitet haben. – „Vergnügen und Zeit oder acht Tage Ferien. Zur belehrenden Unterhaltung für die Jugend. Nach dem Französischen der Madame Richomme frei übersetzt. Mit 8 col. Bildern“ (Wien 1842. Müller, 16°.). – „Andeutungen zu Ausflügen von einem halben Tag bis zu vier Tagen, mittels der beiden von Wien auslaufenden Eisenbahnen. Mit 2 (ill.) Karten“ (ebd. 1842, 16°.). – „Die fünfzigjährige Jubelfeier Sr. kais. Hoheit des Herrn Erzherzogs Karl Ludwig als Großkreuz des Milit. Maria Theresien-Ordens“ (ebd. 1843, Staatsdruckerei). – „Pittoreskes Welt-Album oder neueste Sammlung von 160 malerischen Ansichten aus allen fünf Welttheilen. Nebst einem erklärenden Texte von F. K. Weidmann“ (ebd. 1843, Sommer, gr. Lex. 8°.) – „Wiens malerische Umgebungen. Geschildert von W. Illustrirt von J. Zahradniczek. 1. und 2. Section Schönbrunn, Baden“ (ebd. 1844, Müller, mit Holzschn., gr. Lex. 8°.). spätere Auflagen sind von Theodor Gettinger bearbeitet. – „Touristen-Handbuch auf Ausflügen und Wanderungen in Salzburg und den Hochthälern Pongaus, Lungaus und Pinzgaus. Nebst einem Anhange: Darstellung Berchtesgadens. 2 Theile“ (Wien 1845, Gerold, 12°.). – „Die Alpengegenden Niederösterreichs und Obersteiermarks im Bereiche der Eisenbahnen von Wien bis Mürzzuschlag Nebst einer (lith.) Karte der Alpengegenden (in Fol.)“ (ebd. 1851, Tendler, 8°.; 4. verm. Aufl. ebd. 1862, Gerold; 8. Aufl. bearbeitet von Th. Gettinger 1871). – „Badens Heilquellen in ihrer Anwendung bei der neu erbauten Mineral-, Schwimm- und Bade-Anstalt in Niederösterreich bei Wien“ (ebd. 1851, Braumüller, gr. 8°.). – „Album der Westbahn von Wien bis Linz nebst Ausflügen in den Wienerwald, das Oetschergebiet, das Ennsthal und den großen Priel. Ansichten nach der Natur von J. Varoni“ (ebd. 1859, Tendler, gr. 4°., mit 15 Lith. in 4°. und Fol.). – „Neuer illustrirter Fremdenführer in Wien. Mit (lith.) Plane der Stadt und der Vorstädte (in Fol.)“ (ebd. 1859,. 16°., mit Holzschn.), die späteren Auflagen sind von Theodor Gettinger bearbeitet; 11. Aufl 1866; 13. Aufl. 1869. – „Moriz Graf Dietrichstein. Sein Leben und Wirken aus seinen hinterlassenen Papieren dargestellt“ (Wien 1867, Braumüller, gr. 8°.). – „Der Tourist auf der Südbahn von Wien bis Triest“ (ebd., Gerold), spätere Bearbeitungen von Theodor Gettinger. – „Panorama des Semmerings. Nach der Natur gezeichnet von Imre Benkert, geschildert von [267] Dr. F. K. Weidmann (ebd. 1862, 8°.). – Dann schilderte er in dem von Klang herausgegebenen Kalender „Austria“ die Vorgänge der Jahre 1848 und 1849 in unbefangener Weise und als Augenzeuge, daher diese Schilderung immerhin als ein Beitrag zur Geschichte dieser denkwürdigen Zeit erscheinen mag, die aber noch ihres Carlyle wartet.
Biene (Neutitschein, kl. 4°.) 10. Februar 1867, Beilage Nr. 5. – Fremden-Blatt. Von Gust. Heine (Wien, 4°.) 1867, Nr. 30. – Hoffinger (J. Ritter von). Oesterreichische Ehrenhalle, Bd. V, 1867 (Wien 1868, Seidel und Sohn, gr. 8°., S. 3 [nach diesem geb. 11. Februar 1788, gest. 28. Jänner 1867]. – Kehrein (Joseph). Biographisch-literarisches Lexikon der katholischen deutschen Dichter, Volks- und Jugendschriftsteller im neunzehnten Jahrhundert (Zürich, Stuttgart und Würzburg 1871, Leo Woerl, gr. 8°.) Bd. II, S. 241. – Neue Freie Presse (Wiener polit. Blatt) 30. Jänner 1867, Nr. 869: „Karl Weidmann“. – Oesterreichische National-Encyklopädie von Gräffer und Czikann (Wien 1836, 8°.) Bd. VI, S. 45 [nach dieser geboren 11. Februar 1787]. – Oesterreichischer Volksfreund (Wien) 1867, Nr. 26: „Franz Karl Weidmann, †“. – Presse (Wiener polit. Blatt) 1867, Local-Anzeiger Nr. 30: „Karl Weidmann“. – Dieselbe, Nr. 33: „Ein letzter Wunsch“. – Seidlitz (Julius Dr.). Die Poesie und die Poeten in Oesterreich im Jahre 1836 (Grimma 1837, J. M. Gebhardt, 8°.) Bd. I, S. 189. – Seyfried (Ferdinand Ritter von). Rückschau in das Theaterleben Wiens seit den letzten fünfzig Jahren (Wien 1864, 8°.) S. 201: „Ein Veteran unter den Pensionisten“. – Wiener Zeitung, 5. Februar 1867, Nr. 30, S. 333: „F. K. Weidmann“. Von M (eynert). – (Zellner’s) Blätter für Theater u s. w. (Wien, kl. Fol.) 1. Februar 1867, Nr. 10 im „Nekrolog“.
Porträt. Facsimile des Namenszuges: „F. K. Weidmann“. Gabriel Decker 1842 (lith.), gedr. bei J. Höfelich (Fol.), sehr ähnlich. – Eine treffliche Charge Weidmann’s, von Laufberger oder Swoboda, befindet sich in der Sammlung von Caricaturen und Chargen der Mitglieder der Künstlergesellschaft „Die Ritter von der grünen Insel“ im Archiv der noch in Wien bestehenden Gesellschaft.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: drama i ches.