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Dem Gerichte Lichtenberg war auch Otticha unterworfen mit einem Arealgehalt von 849 Scheffeln, wie wir dies Alles eben näher erörtert haben.

Mahlis. Das schöne herrlich gelegene frühere Kammergut Mahlis liegt 1½ Stunden von Mutzschen, ½ Stunde südöstlich von Wermsdorf mit Regkwitz, Schlitz und Gröppendorf rainend, in Süden verbreitet sich die schöne Wiesenaue an der Delze.

Das nach alter Verfassung schriftsässige Rittergut war früher in Privathänden und 1460 war Siegismund von Heynitz damit beliehen, später wurde es ein Churfürstl. Kammergut und war 1588 mit 325 Mfl. verpachtet.

Im 17. Jahrhundert wurde der Lieutnant von Schauroth damit beliehen, welcher es 1722 um 32000 Fl. an Christoph Heinrich von Felgenhauer verkaufte, dessen Wittwe es auch noch bis 1762 bewohnte, obwohl dieselbe es schon 1740 wieder an den König verkauft hatte. Von dieser Zeit an wurde es wieder von dem Staate verwaltet und zu dessen Nutzen verpachtet.

Der hiesige Pachter hat zugleich die Teichfischerei im Amte Mutzchen, nebst der wilden Fischerei in den unter Wermsdorf liegenden beiden Seen (den Göttwitzer und den Horstsee) gepachtet. Die Fischhälter zum Aufbewahren der Fische befinden sich bei der Stadt Mutzschen, wohin die Fische aus den Teichen und Seen gebracht und nachher an den Pachter verkauft werden.

Im Jahre 1764 brachte dieses Gut der Kammer 1264 Fl. ein. Jetzt sind die Revenuen viel bedeutender.

Die hiesige Pfarre und Schule stehen unter der Inspection[WS 1] Grimma und die Einwohner, deren im J. 1859 in 94 Häusern 699 gezählt wurden, worunter 2 Pferdner, 5 Halbhüfner und 6 Gartenbesitzer sich befinden, sind ins Gerichtsamt Wermsdorf gewiesen, während solche früher zum Amte Mutzschen gehörten.

Motterwitz liegt 1¼ Stunde nordwestlich von Leisnig, 2 Stunden ostnordöstlich von Colditz, am Weitzschner Bache, ⅜ Stunden von der Mulde.

Nach früherer Verfassung gehörte der Ort und das mit den Obergerichten unter das Amt Colditz mit den Erbgerichten unter das damalige amtssässige Rittergut.

Zum Rittergute gehörten aber auch noch Antheile von Muschau, Ostrau, Dürrweitzschen und Förstchen d. h. wohl bezüglich der Lehnsverhältnisse in allen zusammen, hatte es 350 Unterthanen.

Das Rittergut selbst ist als grosses schon zu betrachten, hat schöne Grundstücke, schöne Holzungen un4 vortreffliche Obstzucht.

Die herrschaftliche Wohnung ist gefällig und schön, die Wirthschaftsgebäude zweckmässig eingerichtet zu nennen.

Das Rittergut war mit 2 Ritterpferden belastet.

Im 16. Jahrhundert nach der Reformation also gehörte es dem Levi von Presse, 1681 der Wittwe von Osterhausen und später ihrem Manne, dem Günther von Bünau auf Cannewitz, 1733 bis 1800 denen von Leipziger, im 19. Jahrhundert und zwar von 1827 an Herrn Striegler.

Eine eigne Kirche hat Motterwitz nicht, vielmehr ist es in die Kirche zu Zschoppach eingepfarrt.

Motterwitz mit seinen Einwohnern, 160 nach der Zählung vom J. 1859, worunter eine Mühle, 1 Pferdner, 4 Gärtner und 20 Häussler sich befinden, ist nach dem Gerichtsamte Leisnig gewiesen.

Mukkern und Neumukkershausen liegt fast volle 4 Stunden südsüdöstlich von Leipzig, 1 Stunde ostnordöstlich von Rötha, 2½ Stunde nördlich von Borna, an der Gössel, in etwas hügeliger gegend Dreiskau gegenüber. Mukkern und Neumukkerehausen waren […] wesen ist, im Jahre 1598 aber davon getrennt und den Namen Neumukkershausen erhielt. Schon im Jahre 1432 und bis 1587 hatten beide Theile nur einen Besitzer aus dem Geschlecht derer von Zehmen.

In dem letzgedachten Jahre trennten sich die beiden Brüder Melchior und Wilhelm von Zehmen und letzterer übernahm Neumukkershausen.

Mukkern blieb noch bis zum 18. Jahrhundert, bis zum Jahre 1778, in den Händen der Herren von Zehmen, die ausserdem Beucha, Gesswitz, Hainchen, Oelschau und Steinbach besassen.

Neumukkershausen aber wurde bereits im Jahre 1598 dem Dr. Franz Romanus für 6850 Fl. verkauft, dem Conrad Knorr, und diesem Conrad Zobel folgte. Dr. Heinrich Balth. Zobel behauptete das Gut bis 1695, und überlies es an Georg Neidhardt, welcher es aber schon 1699 an Johann König verkaufte, dem sein Sohn Georg König succedirte; 1719 hatte das Gut der Enkel von Johann Christian König, 1730 Dr. Rivinus und dann dessen Wittwe.

Diese Letztere kaufte im Jahre 1778 das zuletzt in Concurs befangen gewessene Rittergut Mukkern, und so kamen beide Güter nach einer 180 Jahr langen Trennung, wieder an einen Besitzer und beide Güter besassen von 1793 an Rivinus Erben (Dr. Jakob Thomas Gaudlitz und Söhne) von 1802 Herr Hauk, von 1812 Herr Teichmann.

Die eigentliche Besitzerin der Jeztzeit ist die öconom. Societät zu Leipzig. Im Jahre 1803 wurden zu Mukkern das herrschaftliche Wohnhaus und nach und nach mehre Wirthschaftsgebäude niedergerissen; zu Neumukkershausen wurden dagegen die Wirthsschaftsräume erweitert, so dass nun Neumukkershausen zum Hauptgute erhoben wurde, Mukkern aber die Bestimmung eines Vorwerks erhielt.

Jedes Rittergut hatte nach früherer Verfassung über seinen Ort die Ober- und Erbgerichte, wie damals bestimmt wurde: „Gerichte über Hals und Hand im Dorfe, als weit die Zäune gehen.“

Ausserdem haben beide Güter in ihren Fluren die Ober- und Niederjagd.

Mukkern wurde mit ¾ und Neumukkershausen mit ¼ Ritterpferd belastet.

Vor Sachsens Theilung 1815 waren die Güter mit Ausnahme der jenseits der Gipfel in fremden Fluren liegenden, ungefähr in 50 Ackern Holz, 12 Ackern Feld und einigen kleinen Wiesen bestehenden, zum Rittergut Mukkern gehörigen nach Dresden lehnbaren Grundstücken, Merseburger Mannlehn.

Die Dörfer sind zu einem Ort verschmolzen und zählen in 47 Häusern 250 Einwohner, worunter ausser den Häuslern, 1 Pferdner, 17 Hintersässer, 1 Schänkwirth und 1 Müller sich befinden. Auch mehrere Landfleischer wohnen in Mukkern und Neumukkerhausen, welche die Markttage in Leipzig frequentiren, auch andere Handwerker sind in diesen Orten und treiben ihre Profession.

Eingepfarrt sind die Orte nach Grosspötzschau, über welches der Gerichtsherr von Rötha die Collatur übt.

Erwähnenswerth sind noch die in hiesiger Gegend befindlichen grossen Torflager, welche auf Wiesen der Rittergüter von Mukkern und Neumukkershausen sich befinden.

Malitzsch 1 Stunde von Döbeln ist, wie wir schon bei der Beschreibung von Hermsdorf erwähnt haben, mit denselben combinirt und wird blos als Vorwerk betrachtet, und dürfte hier nicht mehr viel hinzuzufügen sein. Nur noch Einiges deshalb:

An dem rechten Ufer der Mulde befindet sich auf einer Felsenwand dicht an der Mulde ein altes Gemäuer, die alte Kämpe genannt dessen Geschichte aber so spurlos verschwunden ist, dass sich nicht einmal eine Sage davon erhalten hat. […]

Ausserdem ist im Orte noch eine Mühle, 4 Gärtnernahrungen, 17 Häuser und 1 Armenhaus, und im Orte wohnen im Ganzen 158 Bewohner, die dem Gerichtsamte J Rosswein einverleibt sind.

Eingepfarrt ist Malitzsch nach Nieder-Striegis, bildet aber für sich einen besondern Heimathsbezirk.

Marschwitz in den Urkunden vom Jahre 1284 Mornswitz ½ Stunde von Leisnig entfernt gelegen, unweit des rechten Ufers der Mulde. Am Band des breiten und reizenden Thales in Südwesten mündet der weitzschner Bach, der die kleine Mühle treibt.

Das Rittergut gehörte um das Jahr 1446 nebst Polkenberg, Korpitzsch, Polditz, Maschwitz, Hasenberg und Tautendorf dem Herrmann von Harras und wurde im gedachten Jahre mit den übrigen Harrasschen Gütern in Brand gesteckt, weil der Besitzer auf Seite des Kurfürsten Friedrich stand.

Vom Jahre 1612–1725 gehörte das Gut denen von Birkholz, 1734 dem Grafen von Brühl, 1735 dem Grafen Hennicke.

Von 1752 war Erb- Lehn- und Gerichtsherr Hans Daniel Wilhelm von Geyer. Später kam es an die Familie Hotterwitzsch, worunter Johann Paul Hotterwitzsch bekannt als Mitglied der 2. Kammer der Sächs. Ständeversammlung ist.

Ausser dem Rittergute sind noch 9 Begüterte und 23 Häusler im Ort, welche nach Alt-Leisnig gepfarrt und als Rechtleidende unter dem Gerichtsamte von Leisnig stehen. Nach der Volkszählung vom J. 1859 hatte Marschwitz 211 Einwohner.

Mittelfrohna liegt 1⅜ Stunden südöstlich von Penig, 31/ Stunden westnordwestlich von Chemnitz, 2½ Stunde ostnordöstlich von Waldenburg in einem flachen jedoch angenehmen, anfangs nördlich, dann nordwestwärts hinabgehenden Thalgrunde und westlich von dem Limbacher Holze.

Es raint mit Nieder- und Oberfrohna im Amte Chemnitz und mit Kauffungen im Gerichtsamte […]

Es bildet mit Ober- und Niederfrohna und mit Jahnshain einen Stundenlangen Ort, der sich durch verschiedene Fabrication auszeichnet und weithin bekannt ist.

Der Bezirk des hiesigen Ritterguts liegt zwischen den Gerichtsämtern Chemnitz und Penig und stöst an das Rittergut Kauffungen.

Zu dem Rittergute gehören Kirche und Schule und über einen Theil des Dorfes hatte das Rittergut die Gerichte. Die letzte Volkszählung vom J. 1859 ergab für Mittelfrohna 114 Häuser und 984 Einwohner.

Ausserdem besitzt das Rittergut Fichtigsthal, welches auf Ritterguts Grund und Boden erbaut ist, von Markersdorf ein Hufengut und von Mühlau den dritten Theil.

Es ist schon ein starkes Rittergut und mit seinem schönen Schlosse prangt es in hiesiger gewerbreichen Gegend herrlich unter allen Gebäuden.

Es ist ein sehr alter Ort, welcher schon 1236 vorkommt und damals denen von Frohne gehörte, dann kam es 1357 an Konrad von Flurstädt, dessen Nachkomme Asmus es 1535 an George von Schönberg auf Sachsenburg und Limbach verkaufte.

Des letzteren gleichnamiger Sahn hatte es von 1588 bis 1614 im Besitze und leistete damals 1 Ritterpferd, wiewohl es später nur mit 1/5 Ritterpferd verdient wurde, die übrigen 4/5 trugen Wittgensdorf, Thierbach und Schleisdorf.

Sein Sohn, der verdiente Berghauptmann Georg Friedrich auf […] starb 1650 and dessen Sohn der Berghauptmann Kaspar ver-[…] im Pfaffrode zu acquiriren. In der Mitte des 18. Jahr-[…] ein Chemnitzer Kfm. und Fabrikherr Siegert damit beliehen,

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: lnspection
Empfohlene Zitierweise:
Gustav Adolf Pönicke (Hrsg.): Album der Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen I. Section. Expedition des Albums Sächsischer Rittergüter und Schlösser, Leipzig 1860, Seite 12. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Album_der_Schl%C3%B6sser_und_Ritterg%C3%BCter_im_K%C3%B6nigreiche_Sachsen_I.djvu/379&oldid=- (Version vom 9.4.2019)