Volkstümliche Kunstausstellungen in Berlin

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Titel: Volkstümliche Kunstausstellungen in Berlin
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 2, S. 36 d
Herausgeber: Adolf Kröner
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1899
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger G. m. b. H. in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[36] Volkstümliche Kunstausstellungen in Berlin. Vor einigen Jahren that sich in Berlin ein Kreis für das Volkswohl wirkender Männer zu einer Gesellschaft zusammen, die es sich zur Aufgabe stellte, den minder Bemittelten für ein Billiges gute, echte Kunst zugänglich zu machen. Von dem Gedanken ausgehend, daß besonders der Besuch der besseren Theater für das Volk mit unerschwinglichen Unkosten verbunden ist, sammelte man ein Aktienkapital, das zinslos hergegeben wurde, zur Gründung einer Volksbühne. Das altbekannte Wallnertheater wurde gepachtet und feierte als Schillertheater seine Neuerstehung. Durch ein eigenartiges Abonnementssystem gelang es, die Preise derartig zu ermäßigen, wie es bisher bei gleicher Güte des Gebotenen in Berlin auch nicht annähernd möglich war. Dann wurden Vortragsabende für lyrische und epische Dichtungen, sowie volkstümliche Konzerte veranstaltet, und neuerdings beschloß man, auch Malerei und Plastik dem gleichen guten Zwecke dienstbar zu machen. Man gründete Anfang dieses Winters im Bürgersaale des Rathauses die „volkstümlichen Kunstausstellungen“. Durch Entleihen guter Kunstwerke von den Künstlern selbst oder von den glücklichen Besitzern bringt man eine Ausstellung von Gemälden und Skulpturen zusammen, die ebenfalls für ein Billiges zugänglich ist. Von anderen Ausstellungen unterscheidet sie sich ganz wesentlich dadurch, daß die Besichtigung nicht planlos nach Wunsch und Laune jedes einzelnen Besuchers erfolgt, sondern daß eine gewisse lehrhafte Methode in Anwendung gebracht wird, die dem Verständnis des Publikums zu Hilfe und zu gute kommt. Ein ästhetisch gebildeter Herr hält zu einer bestimmten Zeit einen Vortrag über die Kunstwerke und ihre Schöpfer, ihre Art und ihre Bedeutung, und anknüpfend an diesen Vortrag erfolgt der Rundgang durch die Sammlung, wobei der Vortragende das, was er soeben im allgemeinen gesagt hat, im Anschluß an die einzelnen Bilder noch im besonderen ergänzt. Auch hier zeigt die dicht gedrängte Menge das Interesse, das die Veranstaltung erregt.