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Ueber die Induction in rotirenden Kugeln
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| Die Wechselwirkungen zwischen Magneten und rotirenden Metallmassen, welche Arago entdeckt hatte, wurden zuerst von Faraday als Erscheinungen elektrodynamischer Anziehung aufgefasst und auf Ströme zurückgeführt, welche in den Metallmassen durch die Magnete inducirt werden. Es gelang Faraday, das Vorhandensein derartiger Ströme nachzuweisen, und die Natur des Phänomens als einer Inductionserscheinung ausser Zweifel zu setzen.

Der erste Versuch, die inzwischen ausgebildete Theorie auf einige hierhergehörige Erscheinungen anzuwenden, wurde im Jahre 1853 von Felici gemacht. Es gelang demselben, unter vereinfachten Bedingungen angenäherte Lösungen zu erhalten, die den Beobachtungen für das Erste hinreichend entsprachen.

Viel weiter ging im Jahre 1864 Herr Jochmann. Derselbe leitete, vom Weber’schen Gesetze ausgehend, die vollständigen Differentialgleichungen des Problems ab, und integrirte dieselben für den Fall, dass der rotirende Körper eine unendlich ausgedehnte ebene Platte oder eine Kugel sei. Seine Rechnungen fanden sich in schönster Uebereinstimmung mit den Beobachtungen. Freilich musste er die vereinfachende Annahme machen, dass die Rotationsgeschwindigkeit sehr klein sei, den Einfluss der Selbstinduction vermochte er nicht zu bestimmen.

Endlich hat im Jahre 1872 Herr Maxwell in sehr eleganter Weise die Theorie der Induction in einer unendlich ausgedehnten,Die Wechselwirkungen zwischen Magneten und rotirenden Metallmassen, welche Arago entdeckt hatte, wurden zuerst von Faraday als Erscheinungen elektrodynamischer Anziehung aufgefasst und auf Ströme zurückgeführt, welche in den Metallmassen durch die Magnete inducirt werden. Es gelang Faraday, das Vorhandensein derartiger Ströme nachzuweisen, und die Natur des Phänomens als einer Inductionserscheinung ausser Zweifel zu setzen.

Der erste Versuch, die inzwischen ausgebildete Theorie auf einige hierhergehörige Erscheinungen anzuwenden, wurde im Jahre 1853 von Felici gemacht. Es gelang demselben, unter vereinfachten Bedingungen angenäherte Lösungen zu erhalten, die den Beobachtungen für das Erste hinreichend entsprachen.

Viel weiter ging im Jahre 1864 Herr Jochmann. Derselbe leitete, vom Weber’schen Gesetze ausgehend, die vollständigen Differentialgleichungen des Problems ab, und integrirte dieselben für den Fall, dass der rotirende Körper eine unendlich ausgedehnte ebene Platte oder eine Kugel sei. Seine Rechnungen fanden sich in schönster Uebereinstimmung mit den Beobachtungen. Freilich musste er die vereinfachende Annahme machen, dass die Rotationsgeschwindigkeit sehr klein sei, den Einfluss der Selbstinduction vermochte er nicht zu bestimmen.

Endlich hat im Jahre 1872 Herr Maxwell in sehr eleganter Weise die Theorie der Induction in einer unendlich ausgedehnten,| sehr dünnen Platte gegeben und gezeigt, wie sich dieselbe auf die Arago’sche Seheibe anwenden lässt.

In der vorliegenden Arbeit ist das Problem vollständig gelöst für den Fall, dass der betrachtete Körper eine um einen Durchmesser rotirende Kugel oder Hohlkugel sei. Die inducirenden Magnete können dabei im äussern, oder, bei Hohlkugeln, im innern Raum liegen. Auch auf den Fall ist die Lösung ausgedehnt, dass die Masse der Kugel magnetische Polarität anzunehmen vermag. Offenbar umschliesst dies Problem die früher gelösten als specielle Fälle.

Die erhaltenen Resultate habe ich durch einige Zeichnungen zu veranschaulichen gesucht.sehr dünnen Platte gegeben und gezeigt, wie sich dieselbe auf die Arago’sche Seheibe anwenden lässt.

In der vorliegenden Arbeit ist das Problem vollständig gelöst für den Fall, dass der betrachtete Körper eine um einen Durchmesser rotirende Kugel oder Hohlkugel sei. Die inducirenden Magnete können dabei im äussern, oder, bei Hohlkugeln, im innern Raum liegen. Auch auf den Fall ist die Lösung ausgedehnt, dass die Masse der Kugel magnetische Polarität anzunehmen vermag. Offenbar umschliesst dies Problem die früher gelösten als specielle Fälle.

Die erhaltenen Resultate habe ich durch einige Zeichnungen zu veranschaulichen gesucht.