Topographia Sueviae: Dornbieren

Topographia Germaniae
Dornbieren (heute: Dornbirn)
<<<Vorheriger
Dinggelspül
Nächster>>>
Dornhan
aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1643, S. 60–61.
[[| in Wikisource]]
Dornbirn in der Wikipedia
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du unter Hilfe
Link zur Indexseite



[60]
Dornbieren /

Von Theils Dornbeuren genandt / ein sehr nutzlicher Ort von Wein / vnd Obswachs / Kornfeldern / Wiesen / Alpen / Holtz / vnd ist gelegen / so bald man auß dem Bregentzer-Wald / vber die Losen / (so ein hoher Berg) herauß kommt / bey den Füssen deß Gebürgs / zwischen dem Bregentzer-Wald der Herrschafft Bregentz / dem Reichshoff Lustenaw / vnd der Graffschafft Embs. Es laufft dabey auch / auß dem Dornbieren Gebürg / ein Holtzreich Wasser / die Fußach genant / so zu Fußach in den Bodensee fällt. Hat vnderschiedliche Dörffer / als Oberdorff / Niderdorff / Hatlerdorff / Müllbach / Haselstauden / Schwartzach / Winsau / Füsseneck / vnd Ammenegk / daß alles ein Gericht / vnnd Pfarr / so vor vnerdencklichen Zeiten / gantz vnd gar denen von Embs zugehörig gewest: Wie sie dann noch heutiges Tags den Blutbann daselbsten / neben andern Regalien / vnd Stucken mehr / vom Römischen Reich / zu Lehen tragen: Sonsten aber ist solch Dorenbieren / so viel die Gericht belangt / vnder deß Hauses Oesterreich / vnnd der Herrschafft Veldkirch / Handen / also daß dz Gericht / die Stewer / Faßnacht Hennen / vnnetlich wenig Wasser-zinß / angeregter Herrschafft Veldkirch / im Jahr 616. gewest seyn: wie Schlee in seiner Beschreibung der Landschafft vnderhalb S. Lucis Steig / berichtet / dabey aber auch saget / daß das übrige / als der Wildbann / Vischbach / die Leibeigenschafft / vnnd was darzu gehört / Lehen / Zinse / Gülten / Zehenden / vnnd KirchenSätze / noch selbiger Zeit / den Grafen zu Embs zugestanden: wie sie dann / neben dem Wein: vnd KornZehenden / viel ansehenliche WeinGärten / vnnd Güter / darunder sonderlich der Knüberg bey der Haselstauden / allda / vnd in Oberndorff / ein Schlößlein / gehabt haben / so an einem lustigen Ort / vnd Außsehen / gelegen / in welchem [61] etliche von Embs / lange Zeit / biß auffs Jahr Christi 1560. gewohnt / deren auch Theils in der Capell dabey begraben ligen.