Textdaten
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Autor: Joseph Anton Rueb
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Titel: Tänze auf Kreuzwegen
Untertitel:
aus: Badisches Sagen-Buch I, S. 155
Herausgeber: August Schnezler
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1846
Verlag: Creuzbauer und Kasper
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Erscheinungsort: Karlsruhe
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Quelle: Commons und Google
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Tänze auf Kreuzwegen.

Auf dem Hauensteinischen Schwarzwald und im benachbarten Frickthale geht folgende Sage im Volksmunde:

Wenn vor Zeiten in diesen Gegenden tugendhafte Mädchen zwischen dem Tage des Verlöbnisses und jenem der Trauung als Bräute starben, so mußten sie so lange ruhelos umherirren und auf Kreuzwegen ihre Tänze halten, bis ihr Bräutigam, der nicht mehr heurathen durfte, ebenfalls gestorben war. Auf diese Art wurden auch früh im Leben Getrennte dennoch im Tode wieder vereint. –

Wenn aber ein Mädchen starb, welches ihrem Verlobten untreu geworden war, so mußte ihr Geist an einem Kreuzwege so lange sich aufhalten, bis zur Mitternachtstunde ein Mann vorüberging, der, die Liebe seines treuen Weibes verschmähend, auf sündhaften Wegen wandelte und demselben Leid und Schmach zufügte. Das gespenstische Mädchen tanzte dann mit dem Unglücklichen so lange bis er todt dahinsank, woselbst er ruhelos bis zum Tode seines Weibes sich herumtreiben mußte.
J. A. Rueb.