Textdaten
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Autor: Johann Gottfried Herder
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Titel: Symbole
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aus: Zerstreute Blätter (Fünfte Sammlung) S. 25–26
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
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Erscheinungsdatum: 1793
Verlag: Carl Wilhelm Ettinger
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Erscheinungsort: Gotha
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Quelle: Google und Commons
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Symbole.


Die gemahlte Poesie war in der Christenheit ehemals wohl gelitten gewesen und ihres Scharfsinns halben gelobt worden; sie mußte aber, ich weiß nicht weßhalb? einmal plötzlich unter die Scythen wandern. Da war sie in großer Gefahr.

Sie liebt bekanntermaassen Salz und nur das reinste Salz; die Scythen aber brauchen kein Salz, und waren der mahlenden Poesie von Natur erzfeind.

Mochte sie eine Sonnen- oder Mondfinsterniß, mochte sie Nebelsterne, oder irgend sonst etwas mahlen. Zahnlose Löwen, faule Bären, läßige Pflugstiere, lahme Pferde, magre Hirsche, räudige Wölfe, dumme Füchse, Adler ohne Federn, Pfauen ohne Schweife, heisere Hähne, geflügelte Schildkröten, rostige Kronen, welke Kränze, welkende Rosen, befleckte Lilien, faules Obst, angehauene Stämme, morsche Balken, morsche Kreuze, zerfallende Thürme, stumpfe Degen, zerrißne Fahnen, ausgelöschte Fackeln, verschimmeltes Brot, durchlöcherte Beutel – alles war verfänglich und verdächtig.

„Dank dem Himmel, rief endlich die mahlende Dichtkunst im Zorn aus, daß er die Freiheit der Menschen doch noch auf Eine Weise gesichert hat, durch Gedanken. Denken darf man doch auch bei den Scythen, was man bei ihnen weder thun, noch reden, weder bilden, noch mahlen darf.“