Textdaten
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Autor: Joachim Ringelnatz
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Titel: Stille Straße
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aus: Gedichte, Gedichte von Einstmals und Heute
S. 35–36
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1934
Verlag: Ernst Rowohlt
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Erscheinungsort: Berlin
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Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans auf Wikisource
Kurzbeschreibung:
Auch in: Die Weltbühne. XXVIII. Jg., Nr. 7 vom 16. Februar 1932. Seite 253
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
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Stille Straße


Nachts. – Straße. – Fragen Sie nicht wo und wann.
Auch gleich vorausgesagt, daß nichts geschah. –
Da stand ein unscheinbarer, älterer Mann,
Der unverwandt nach einem Fenster sah.

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Vielleicht war er – Ich hatte leider Zeit –

Ein Lump, ein Trunkner oder ein Idiot –
Doch es schlägt niemals eine Möglichkeit
Die andre tot.

Wenn solch ein Anblick uns sechs-, siebenmal

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Um einen Häuserblock spazierentreibt,

Zu sehen, wie der Mann dort stehenbleibt;
Vielleicht sind wir dann nur sentimental.

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Aber dem Einsamen ist Stilles nah,

Wenn er das Laute nicht bezahlen kann. –

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Da stand ein unscheinbarer, älterer Mann,

Der unverwandt nach einem Fenster sah.