Stier im Kampf mit einem Bären

Textdaten
<<< >>>
Autor:
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Stier im Kampf mit einem Bären
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 7, S. 104–105, 116
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1895
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite
[101]

Stier im Kampf mit einem Bären.
Nach einer Originalzeichnung von F. Specht.

[116] Stier im Kampfe mit einem Bären. (Zu dem Bilde S. 104 und 105.) Tiercharaktere sind im allgemeinen leichter zu erkennen als die menschlichen, trotzdem herrscht über sie nicht in allen Fällen die erwünschte Klarheit. Auch was den Meister Braun anbelangt, gehen die Ansichten der Forscher weit auseinander. Drollig, liebenswürdig, von gemütlichem Humor nennen die einen den guten Meister Petz, während ihn die anderen als dumm, grob und ungeschliffen darstellen. Der Bär kann sich von beiden Seiten zeigen, er scheint sich nach dem Spruch zu richten, der da lautet: „Alle Kultur kommt vom Magen.“ Er ist mit Vorliebe Pflanzenfresser, und wenn der Wald ihm in Hülle und Fülle Beeren, Nüsse und frische Triebe liefert, dann mag er gemütlich sein. Wenn ihm aber seine Lieblingskost fehlt, dann wird er zum schlimmen Räuber, und wenn er wiederholt Blut geleckt hat, gerät er auf Abwege.

Aber auch als Räuber bleibt er plump. Am liebsten stellt er Schafen nach, wagt sich jedoch auch an größere Tiere, namentlich Ochsen und Pferde. Er schleicht sich an weidende Herden heran, und wenn sich eins der Tiere seinem Versteck genähert hat, bricht er plötzlich hervor. Es beginnt nunmehr ein Rennen, in welchem der ausdauernde Bär zu siegen pflegt, indem er das Tier so lange umherjagt, bis es ermüdet zusammenbricht oder in den Abgrund stürzt. Dann steigt der Räuber als gewandter Kletterer in die Tiefe hinunter und sättigt sich an der Beute. Immer jedoch hat er nicht so ein leichtes Spiel. Die Rinderherden haben ihre natürlichen Beschützer, die mutigen Stiere. Der Leiter der Herde flieht nicht vor dem Bären. Während die Kühe im ersten Augenblick wild und scheu umherrennen, rückt der Stier mit gesenkten Hörnern gegen den Feind vor. Ein doppeltes Gebrüll durchzittert die Luft, die Stimme des Stiers tönt gewaltig. Schon bilden die Gegner einen Knäuel, wie dies auf unserem Bilde meisterhaft wiedergegeben ist. Der Bär hat einen bösen Stoß empfangen, aber auch der Stier fühlt die mächtigen Pranken. Da naht die Hilfe. Die Kühe haben den Kampfruf ihres Herrn vernommen und einige eilen bereits auf den Kampfplatz. Bald wird die ganze Herde brüllend und schnaubend den schlimmen Räuber umringen und der verwegene Geselle wird den Kürzeren ziehen.*