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dem Arm. Das Weib streckte spähend den Kopf vor. Ein junger Mann kam auf die Hütte zu, ein schöner Bursch, dem die Lebenslust aus dem Auge leuchtete durch den Schleier der Dämmerung.

„Kommst du endlich?“ Wie der Schlag einer Amsel klang die Stimme des Weibes, dann ein lustiger Ausruf, ein Sprung, und er hielt Weib und Kind in seinen Armen.

Der Graf Swoyschin war für gewöhnlich nicht sentimental dem Volk gegenüber. Aber damals hatte er, von der Jagd heimkehrend, sich doch in den Schatten gedrückt, um die drei nicht zu stören.

Warum fiel ihm die kleine Scene ein? Warum war er sich plötzlich klar darüber geworden, daß aller Glanz der Erde nicht den Kuß wert war, den die zwei im duftigen Frühlingszwielicht miteinander getauscht hatten?

Unten im Park schauerten die Bäume, die gelben Blätter fielen in das Gras.

Der alte Mann sagte sich, daß es nicht mehr lange dauern würde, und der Winter legte seine kalte Hand um sie. Aber wenigstens hatten sie den Sommer gekannt, in ihren Zweigen hatten die Vögel gesungen, ihre Blätter hatten unter den Liebkosungen linder Winde geschauert, sich an den Strahlen der Sonne gefreut. Aber …

Was sollte so ein armer Baum, wenn er nicht

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Ossip Schubin: Vollmondzauber. Stuttgart: J. Engelhorn, 1899, Band 2, Seite 91. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Vollmondzauber.djvu/249&oldid=- (Version vom 1.8.2018)