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„Schulden!“ mutmaßte lakonisch Drewinsky.

„Zdenko und Schulden!“ rief halb lachend, halb empört der Vetter des Besprochenen, Graf Bärenburg, „nicht einen Kreuzer! Zdenko weiß, daß sein Alter die Schulden bezahlen müßte, und das thäte ihm leid.“

„Also, warum dieser Wankelmut?“ fragte mit seiner krächzenden Stimme der Major. „Einen Grund muß es doch haben, daß ein Mensch von vierundzwanzig Jahren schon zum zweitenmal das Regiment wechselt. Ist er unverträglich?“

„Der beste Kerl von der Welt,“ beteuerte Bärenburg.

Und der Rittmeister Gerhart fügte hinzu: „Ein famoser Kamerad.“

„Also, wo hapert’s?“ fragte jetzt aus seinem langen Schweigen heraus der Oberst.

„Du wirst schon selber darauf kommen, Herr Oberst,“ erwiderte mit einem diskreten Lächeln Rittmeister Gerhart.

Worauf der Oberst etwas heiser: „Wenn er seiner Mutter ähnlich sieht, muß es ein hübscher Mensch sein!“ Und fragend setzte er hinzu: „Weiber?“

Bärenburg und der Rittmeister sahen einander an.

„Na, das kommt mir aber verflucht ungelegen,“ ereiferte sich der Oberst. „Jemand, den ich nicht mit Namen nennen will“ – mit einem Blick auf Bärenburg –,

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Ossip Schubin: Vollmondzauber. Stuttgart: J. Engelhorn, 1899, Band 1, Seite 11. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Vollmondzauber.djvu/012&oldid=- (Version vom 1.8.2018)