Seite:Taras Schewtschenko. Ein ukrainisches Dichterleben. Von Alfred Jensen (1916).djvu/145

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rufen, und er erfährt, daß Parade abgehalten wird. Er wird in den Palast eingeführt und gewahrt Ihn selbst „hoch, böse“ und an seiner Seite das Weib, „wie ein vertrockneter Schwamm, dünn und langbeinig …“[1] An der Newa staunt der Dichter über die Paläste und das Denkmal Peter des Großen und er bricht in Entrüstung aus:

„Sieh, Paläste auf Paläste
      /kill @eüberm Flusse ragen
an den steingefaßten Ufern.
      /kill @eMuß ich mich nicht fragen,
wie es kommt, daß man die Sümpfe
      /kill @ekonnte so entwässern?!
Ach, hier floß das Blut von Menschen
      /kill @enicht entlockt mit Messern!
Jenseits ragt empor die Festung,
      /kill @eund die Glockenschläge
künden von den blanken Türmen
      /kill @eihre Stunde träge.
Dort ein Roß, als wollt es fliegend
      /kill @edurch die Lüfte reisen,
es zerstampft die harten Felsen
      /kill @emit den Hufeisen;
und ein Mann im Prunkgewande
      /kill @ehält die Hand am Zaume,
um sein Haupt ein Zweig sich windet
      /kill @evon dem Lorbeerbaume.
So, als gälte es, aufs andre
      /kill @eUfer gleich zu springen,
bäumt das Roß sich; so als wollte
      /kill @eer die Welt erringen,
streckt die Hand der kühne Reiter.
      /kill @eWer mag’s sein? Ich sehe
auf die Schrift: ‚Dem Ersten die Zweite.‘
      /kill @eWahrlich, ich verstehe:
Jener Erste, Ukraine,
      /kill @eschlug ans Kreuz dich, Arme,
und den Rest gab dir die Zweite,[2]
      /kill @ewütend ohn’ Erbarmen!
Henker, Henker! Diebstahl brachte
      /kill @eReichtum wohl euch beiden,


  1. Der Kaiser Nikolaus und die Kaiserin. Diese Zeilen sollen am meisten den russischen Kaiser gekränkt haben.
  2. Am Granitfelsen steht: „Petro Primo – Catharina Secunda“[.]