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mir so oft gewünscht hatte. Ein Bauerbursche ging nebenher mit Zügel und Peitsche in der Hand; aber das Glöckchen bimmelte jetzt am Halse eines kleinen Schimmels.

„Wo ist das Braunchen geblieben?“ fragte ich Lisei.

„Das Braunchen“, erwiederte sie, „das ist uns eines Tags vor’m Wagen hingefallen; der Vater hat sogleich den Thierarzt aus dem Dorf geholt; aber es hat nimmer leben können.“

Bei diesen Worten stürzten ihr die Thränen aus den Augen.

„Was fehlt dir, Lisei?“ fragte ich, „es ist ja nun doch Alles wieder gut!“

Sie schüttelte den Kopf. „Mein Vaterl gefallt mir nit; er ist so still; die Schand’, er verwind’t es nit.“

– – Und Lisei hatte mit ihren treuen Tochteraugen recht gesehen. Als kaum die Beiden in einem kleinen Gasthause untergebracht waren, und der Alte schon seine Pläne zur Weiterfahrt entwarf – denn hier wollte er jetzt nicht vor die Leute treten – da

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Theodor Storm: Pole Poppenspäler. Braunschweig: Geoge Westermann, 1875, Seite 199. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Pole_Poppensp%C3%A4ler.djvu/199&oldid=- (Version vom 1.8.2018)