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Furcht und ein banges Entsetzen packte ihn.

Dahin waren alle Zweifel und alle Gedanken der letzten Stunden ... wie gehetzt begann er zu laufen.

Nach Hause! Nach Hause! Zu ihr!!!

Er sah sich um, und wusste nicht einmal, in welchem Stadtteil er sich befand.

Ein Gewirr von Gassen und Gässchen, – – Und fern im Osten rötete sich schon der Himmel und kündete den neuen Tag.

Gott, Gott, betete er, lass mich nicht zu spät kommen! Barmherziger Gott! Und seine Angst steigerte sich mit jeder Sekunde.

Wo war er denn nur? Ah, dort, eine Kirche! Richtig, die Nicolaikirche, und dies war der Hopfenmarkt! O, nun konnte er sich zurecht finden!

Und er begann wieder zu laufen.

Eine einsame Droschke fuhr langsam und schwerfällig vorbei.

Ludwig rief den Kutscher an, welcher indes keine Lust zeigte, den frühen Gast zu befördern.

Er brummte etwas von seinem matten Gaul, aber die Goldstücke, die Ludwig ihm in die schwielige Hand schüttete, machten ihn überraschend schnell gefügig.

Empfohlene Zitierweise:
Hennie Raché: 'Liebe. Roman'. G. Müller-Mann’sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1901, Seite 119. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Liebe_(Hennie_Rach%C3%A9).djvu/119&oldid=- (Version vom 10.11.2016)