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 6.
Ach wie wird jetzt mein Herz gebrennt,
O Ewigkeit! wann hast ein’ End?
Verflucht sei’st Geld, so mich eing’nommen,

2680
Wodurch in diese Qual ich kommen!


 7.
Verflucht der Tag! Verflucht die Nacht!
In der ich ward in d’ Welt gebracht!
Verflucht der Leib, der mich empfangen,
Von dem ich in die Welt gegangen!

 8.

2685
Verflucht die Eltern, die mich gezeugt,

Verflucht die Brust, die mich gesäugt,
Der mich erschaffen, sei verflucht!
Auch der mich zu erlösen g’sucht!

 9.
Verflucht, verflucht o Judas bist,

2690
In Ewigkeit hast keine Frist,

Mußt sitzen, schwitzen in der Pein,
Ein Höllenbrand mußt’ ewig sein!
     (Die Hölle wird zugedeckt.)


Achte Station.
Christus wird bei Herodes verklagt und von ihm verspottet.

Zu Herodes wird Christus von der tobenden Judenrotte hineingeführt, dann spricht

Caiphas.
Hier stellen einen Mann wir dar,
Durchlauchtigster König!

2695
Dein Majestät selbst lauft Gefahr,

Weil er dich acht’ sehr wenig.

Empfohlene Zitierweise:
Franz Joseph Holzwarth: Passionsbilder. Franz Kirchheim, Mainz 1856, Seite 234. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Holzwarth_Passionsbilder.djvu/240&oldid=- (Version vom 1.8.2018)