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Einleitung.
I.

Heuer sind es am siebenten und achten April dreiundfünfzig Jahre, daß in der ehemaligen des heiligen römischen Reichs freien Stadt Schwäbisch-Gmünd am Grünendonnerstag und Charfreitag das letzte Mal ein Passionsschauspiel öffentlich und feierlich aufgeführt wurde.

Wenn wir, solange es noch Zeit dazu ist, dieses Passionsspiel vor dem Untergange retten, so glauben wir mit ihm die Trösteinsamkeit durch einen willkommenen Beitrag bereichert zu haben.

Es ist freilich kein feines Stück der Dichtung, das wir in diesem Passionsspiele unsern Lesern vorführen; man darf weder an das Ganze, noch an den Bau und Inhalt der einzelnen Verse den Maaßstab der Kunst anlegen. Wer in diesen schlichten Darstellungen ein Kunstwerk erwarten wollte, würde das Büchlein sehr unbefriedigt aus der Hand legen müssen.

Wer aber eine Freude hat an den alten Gebräuchen, die in unsern katholischen Orten an die Feier der heiligen Feste sich ansetzten, wer aus Kundgebungen dieser Art einen Schluß zu machen weiß auf die Geltung der religiösen Anschauungen einer Zeit,

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Franz Joseph Holzwarth: Passionsbilder. Franz Kirchheim, Mainz 1856, Seite 117. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Holzwarth_Passionsbilder.djvu/123&oldid=- (Version vom 1.8.2018)