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von Gesang und Kurzweil, die Häuser sind trikolor beflaggt, auf den Balkonen stehen lachende Frauen, junge Leute gehen unten vorüber und werfen einen Kuß, eine Blume oder ein Scherzwort hinauf. So hab’ ich’s gesehen, und so haftet es freundlich in meiner Erinnerung. Und draußen, vor der Stadt, ist Jahrmarkt: die foire de pentecôte. Wir Fremden, die aus ernsthafteren Ländern kommen, sind von solch einer französischen Jahrmarktsfröhlichkeit immer geblendet und entzückt. Wie unbegreiflich und hinreißend ist diese gute Laune, wie groß der Lärm, wie grell und wirr die Farben und Gerüche! Aber der Staub, der langsam aufwallende, und eine goldige Abendstimmung legen sich darüber hin, und mitten in der lärmenden Lustigkeit ist man sanft bewegt.

So war es mir zu Muthe, als ich damals unter den Bäumen hin, an den Sesselreihen vorbeischlenderte. Da, in vorsichtiger Entfernung von den minderen Leuten, saßen die Damen und Herren der Stadt, und sie lauschten den blechernen Klängen einer Militärmusik … Und da: wie ich vorüberging, sah ich jenes schöne Weib zum ersten Male. Schön? War sie eigentlich so besonders schön? Ich weiß, daß mir damals nicht ihre Schönheit auffiel, sondern bloß das sonderbare Lächeln, mit dem sie mich ansah …“

Fritz hielt es in diesem Augenblick für angemessen, sich ein wenig zu räuspern.

„Sie vermuthen ganz falsch, lieber Fritz!“ unterbrach sich der Erzähler. „Es war eine tadellos aussehende Dame, und ebenso korrekt war der alte Herr an ihrer Seite, mit dem sie plauderte. Als ich sie lächeln sah, blickte ich unwillkürlich hinter mich, um den zu suchen, dem es galt. Erst gab es mir einen jähen Ruck, dann ging ich ruhig

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Theodor Herzl: Philosophische Erzählungen. Gebrüder Paetel, Berlin 1900, Seite 103. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Herzl_Philosophische_Erzaehlungen.djvu/108&oldid=- (Version vom 1.8.2018)