Seite:Die Volkssagen der Stadt Freiburg im Breisgau.djvu/51

Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

Sie tragen goldne Kleider
Und haben weiße Röcklein an,

15
Die macht ein Zauberschneider,

Der Wunder schaffen kann.

Ich lieg am Tannenbaume
In kühler, heller Mondennacht,
Da glänzt’s im Waldesraume

20
Von goldner Lampen Pracht.


Da funkeln und da glizen
Die Becher all von Edelstein,
Die Goldpocale blitzen
Im klaren Mondenschein.

25
An einem goldnen Tische

Da ruh’n die Zwerglein allesamt
Und singen da so frische,
Vom Weine hoch entflammt.

Da wimmert es im Schlosse,

30
Der Boden in der Tiefe kracht;

Mit seinem Geistertrosse
Der Kegelgeist erwacht.

Halloh! ihr Zwerglein alle!
So donnerts von dem Wald herauf,

35
Singt mir mit lautem Schalle,

Setzt meine Kegel auf!

Nun kreists durch alle Wände,
Die Diener fliegen hin und her,
Da reget seine Hände

40
Der Zwerge ganzes Heer.
Empfohlene Zitierweise:
Heinrich Schreiber: Die Volkssagen der Stadt Freiburg im Breisgau. Franz Xaver Wrangler, Freiburg 1867, Seite 45. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Volkssagen_der_Stadt_Freiburg_im_Breisgau.djvu/51&oldid=- (Version vom 31.7.2018)