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doch, daß er nicht unwiderstehlich ist! Elsleben begreift das nicht. O Gott! könnte man doch die Männer dahin bringen, daß sie die ehemännischen Allüren ablegten und nicht so unerhört langweilig würden! Der Deine macht eine Ausnahme! Du sagst ja daß Du Dich nie bei ihm langweilst; - glaube mir, das ist das größte Glück welches einer Frau widerfahren kann: keine Langeweile.“

„Aurora, liebe Schwester, bat Cornelie, gieb Dich nicht solchen Gedanken hin. Du machst Dich elend. Denk an die guten Eigenschaften Deines Mannes, daß er Dich nie mit einem scharfen Wort verletzt, nie Dein Herz gekränkt, nie Deine Rechte beeinträchtigt, nie Dir Grund zu schmerzlichem Mißvergnügen gegeben hat; daß er der gutmüthigste, harmloseste Mensch, durch ein Lächeln, durch eine halbe Bitte zu gewinnen ist; daß er“ .… -

„Lauter negative gute Eigenschaften hat! unterbrach Aurora. Indessen .… ja, er hat sie! und ich will ihrer eingedenk sein.“

Die letzten Septembertage sahen Aurora wieder auf der Elsburg, den Hofmarschall in Berlin, Cornelie in Altdorf und Gotthard auf seinem einsamen Schloß Callenberg in der Steiermark.

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Ida von Hahn-Hahn: Zwei Frauen. Erster Band. Berlin 1845, Seite 210. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Zwei_Frauen_(Hahn-Hahn).djvu/214&oldid=- (Version vom 31.7.2018)