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Wie dann gleichs fals in dieser oberzelten erschröcklichen Histori zuersehen / da etliche hundert Teüfel durch aufflegung deß Heilthumbs S. Laurentij gewichen vnnd außgetriben worden seynd.

Derenthalben ein jeder Christenmensch bey sich wol bedencken soll / den Gewalt vnd Macht / den Gott der Allmächtige den Gebeinen seiner außerwelten Heiligen gegeben hat. Vnd dieweil dieselbige dem Teüfel also erschröcklich seindt / so sollen wir alle / vnd ein jeder insonderheit solchen Reliquijs Sanctorum nicht weniger Ehr vnd Reuerentz erzeigen / dann vnsere liebe Voreltern ihnen angethan haben / vnd deß heiligen Chrysostomi Lehr nachfolgen / der in der 61. Predig zu Antiochenischen Volck spricht: Es ist ein grosse Ehr dem heiligen Keyser Constantino gewest / daß er sich fůr die Kirchthür gelegt hat / in welcher Kirchen etliche Heilthumb deß heiligen Petri behalten waren / auff daß er solches Apostels vnd Märterers Thürwechter were.

Zum dritten vnd letzten soll der Christliche Leser fleissig behertzigen / den Gewalt vnd die Krafft / welche das hochwirdig Sacrament deß Altars in der consecrirten Hostien in diser außbannung der bösen geister gewirckt / vnd erwisen hat / dann ob wol der böse vnd höllisch geist mit seinem Anhange klärlich sich vernemen lassen / daß er von dem eingenommenen Orth nicht weichen / noch denselben raumen wolte / so ist er jedoch letzlich durch die Gegenwertigkeit seines Gottes vnd Schöpfers in der Hostien vnd Gestalt deß Brots geschlossen herauß zuweichen gezwungen vnd getrungen worden / vnd lenger in dem armen Menschen nicht bleiben mögen. Gleich wie vor zeiten deß Hesperij in dem Acker Fusolensij / durch auffopfferung deß Leibs Christi / der Teüfel abgetriben worden / Als obgemeldter Augustinus in besagtem 22. Buch vor der Statt Gottes am 8. Capittel ein solches nach lengs erzehlen thut.

Empfohlene Zitierweise:
Johann Schnabel, Simon Marius: Wahrhafftige und erschröckliche Geschicht von einem Schmidtsgesellen und dem Teuffel. Henrich von Ach, Würtzburg ~1589, Seite 28. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Hansen_Schmidt_Teuffel_1589.djvu/28&oldid=- (Version vom 31.7.2018)