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warfen Sie einem Manne, der unser aller Wohltäter werden kann, Ihr „Schwindler!“ entgegen?!

Als ich heute früh den Grafen begrüßte, – sein Aussehen bestätigte mir diesmal mehr als seine Worte, daß er das Alter Mose erreicht hat –, sprach er in Ausdrücken warmer Anteilnahme von Ihnen. Wir alle wollen Ihr Bestes, schönste Frau, und ich hoffe, Sie werden mich und den Grafen empfangen, wenn wir uns im Laufe dieses Tages bei Ihnen melden lassen. Vergessen Sie nicht, daß Ihre Weigerung auch Ihrem Herrn Gemahl der Hilfe eines Menschen berauben dürfte, von dem er alles erwartet.



Graf Cagliostro an Delphine.

Frau Marquise! Sie wollen mich nicht empfangen. Es scheint Ihnen unbekannt zu sein, daß alles, was mich betrifft, nicht vom Willen eines Sterblichen abhängt.

Der Marquis ist ohne mich ruiniert und Sie seine lebenslänglich Gefangene.

Auf Schloß Froberg sehen wir uns wieder.



Graf Guibert an Delphine.
Paris, am 15. Dezember 1780.


Meine teure Frau Marquise! Ihre Mitteilung enthielt für mich nichts Neues. Ganz Paris ist erfüllt vom Ruhm Cagliostros, den die Einen für einen geschickten Taschenspieler, die Andern für

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Lily Braun: Die Liebesbriefe der Marquise. München 1912, Seite 274. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Die_Liebesbriefe_der_Marquise_(Braun).djvu/280&oldid=- (Version vom 31.7.2018)